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Aktuelles & Bilder

11.09.2017

"Starke Stücke" in Körchow: "Neben den Gleisen"

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Boizenburg ist eine kleine Elbestadt in Mecklenburg-Vorpommern. Mitten auf dem Bahnhofsvorplatz steht ein in die Jahre gekommener Kiosk, der von fünf bis 22 Uhr geöffnet hat. Er dient aber auch als Stammkneipe für Schichtarbeiter aus den Schlachthöfen, Arbeitslose, Taxifahrer und Rentner. Ende 2015 
kommen am Bahnhof Tausende Flüchtlinge an, die ins nahe gelegene Erstaufnahmelager wollen. Die Stammgäste, die normalerweise hier Bier trinken und Fußball schauen, fangen an, über Politik zu diskutieren und ihre eigene Situation zu reflektieren. Der Regisseur und sein Kameramann treffen auf einen besonderen Moment, wo sie Einblicke in ihren Lebensalltag gewähren und über ihre Frustrationen und Hoffnungen reden.

Neben den Gleisen

von Dieter Schumann (Deutschland 2017)

Donnerstag, 14. September 2017
19.00 Uhr
Kirche Körchow

Einlass ist eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende zur Deckung der Kosten gebeten.
 

11.09.2017

"Troubled Water": Kino in der Kirche von Friedrichshagen

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Als Teenager soll Thomas den Tod eines Kindes verschuldet haben. Nach acht Jahren wird er aus der Haft entlassen und nimmt unter neuem Namen in seiner Heimatstadt in der Kirche eine Stelle als Orgelspieler an. Doch noch immer plagen ihn Schuldgefühle. Nach einiger Zeit findet er aber bei der 
Pastorin Anna und ihrem kleinen Sohn Jens wieder neuen Lebensmut. Eines Tages erkennt ihn Agnes, die Mutter des toten Kindes, wieder. Diese wird, wie Thomas, seit damals von ihren Erinnerungen
geplagt. Thematisiert werden im Film existentielle Fragen: Was ist Schuld? Hat jeder eine zweite Chance verdient? Wann findet Vergebung statt? Kann Gutes aus Bösem entstehen?

Troubled Water. Ein Film von Erik Poppe (Norwegen 2008)

Donnerstag, 21. September
19.00 Uhr
Kirche Friedrichshagen

Einlass ist eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende zur Deckung der Kosten gebeten.

11.09.2017

Rechtspopulistische Erzählungen vergiften das Klima in den Sozialen Netzwerken

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Eine rechts-alternative Medienlandschaft versucht, mit ihren Erzählungen die Debatte zu vergiften - insbesondere in den Sozialen Netzwerken mit großer Reichweite. Überzogen dargestellte Ereignisse und verfremdete Realitäten werden dadurch in die öffentliche Debatte und in die Leitmedien getragen: das Erfolgsrezept der Rechtspopulisten. Die Publikation "Toxische Narrative. Monitoring rechts-alternativer Akteure" ordnet das Phänomen der Narrative ein, untersucht ihre Verbreitung, und zeigt auf, wie ihnen am besten begegnet werden kann.

Narrative – Erzählungen, die Handlungen und Ereignisse mit Sinnzusammenhängen verknüpfen – helfen uns, die Welt zu ordnen, erklären und zu beschreiben, aus welchem Blickwinkel wir sie betrachten. Solche Erzählungen wirken wie andere Erzählungen auch: Sie wecken Emotionen und können motivieren. Doch was, wenn derartige Narrative Furcht, Ablehnung oder gar Hass wecken?

Rechtsextreme und Rechtspopulist_innen nutzen digitale Medien auf der Höhe der Zeit – und mit Erfolg. Die Funktionsweise Sozialer Netzwerke, wo sich emotional aufgeladene Erzählungen schnell in virale Hits verwandeln lassen, kommt ihrer Narration entgegen. Forschung, öffentliche Debatte und Gegenreaktionen konzentrieren sich bis jetzt weitgehend auf die Problematik von Fake News und strafrechtsrelevanten Inhalten. Die Erzählungen aber lassen sich nicht per Gesetz verbieten oder löschen, weil sie selten strafrechtlich relevant sind – und auch in gemäßigtem Ton ihre Wirkung entfalten.

Um toxischen Narrativen effektiv zu begegnen, bedarf es eigener kraftvoller Erzählungen – Demokratie-Narrative. Wir müssen lernen, Demokratie und Vielfalt nicht nur zu gestalten, sondern zu erzählen. Dazu will die vorliegende Bericht mit Analyse und ersten Handlungsideen einen Beitrag liefern.

Der Inhalt im Überblick:

    Narrative und ihre Wirkung
    Die Herausforderung durch rechts-alternative Medienstrategien
    Toxische Narrative und ihre Funktion
    Narrative bei den verschiedenen Akteuren
    Erkenntnisse und Handlungsempfehlugnen

Die Analyse "Toxische Narrative. Monitoring rechts-alternativer Akteure" kann bei der Amadeu Antonio Stiftung bestellt werden und unter dem Link unten heruntergeladen werden.


"Toxische Narrative" zum Download
(PDF-Dokument, 2 MB)