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17.08.2017

3sat Tipp: Die rechte Wende. 23.08.2017

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Die rechte Wende.

Ein Film von Katja und Clemens Riha

Wer sind die Protagonisten der "neuen Rechten"? Wie kamen sie zu ihren politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen? Vertreter der Strömung sprechen über ihre ideologischen Ziele. Sie sind Autoren, Verlagsbesitzer, Philosophen, Künstler, Studenten, Kirchenmänner und Politiker. Sie verachten den sogenannten Mainstream, empfinden die Zeit als dekadent und wollen eine Wende nach rechts. Pegida und das Aufkommen der AfD haben ihnen dabei Mut gemacht. Die Dokumentation ist eine Momentaufnahme eines Milieus, das in der (Flüchtlings-)Krise eine Chance sieht, in der Bundesrepublik politisch Einfluss zu nehmen und zu gewinnen.

Mittwoch, 23.08.2017
20:15 - 21:15 Uhr

60 Min.
3sat

 

Quelle:ard

15.08.2017

„Erinnern und Mahnen“: 25 Jahre Rostock-Lichtenhagen

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Im August 1992 erlebte Deutschland die schlimmsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der Nachkriegsgeschichte: Vier Nächte lang versuchte eine Meute von Randalierern in Rostock-Lichtenhagen, die damalige Aufnahmestelle für Asylbewerber sowie Wohnungen von vietnamesischen Vertragsarbeitern zu stürmen. In diesem Jahr wird in Rostock zum 25. Mal der Pogrome gedacht.
 

Schon seit Monaten bieten einzelne Initiativen und Vereine verschiedene Veranstaltungen an, um über die Erinnerung an die Ereignisse 1992 wach zu halten und über ihre heutige Bedeutung zu sprechen. So fand bspw. im Mai im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rostock-Lichtenhagen 1992 -2017“ der Arbeitsstelle Politische Bildung der Universität Rostock ein Generationendialog in Kooperation mit parteinahen Stiftungen statt. Die Lage der Sinti und Roma wurde analysiert, ebenso die Frage, wie Integration in der Kommune besser gelingen könne. Ein Bürgerbündnis zeigte die Ausstellung „Die verordnete Solidarität“ über Rechtsextremismus in der DDR, es folgen eine Filmvorführung „The Truth lies in Rostock“ und die Ausstellung „Vietnamesische Rostocker. Ehemalige Vertragsarbeiter erzählen“ des Vereins „Diên Hông – gemeinsam unter einem Dach e.V."


„Dezentrale Kunstwerke“

Ab dem 22. August, dem ersten Tag der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen zwischen dem 22. und 26. August 1992, starten dann die zentralen Gedenkveranstaltungen „Vielfalt.Miteinander.Leben. 25 Jahre Rostock-Lichtenhagen `Erinnern und Mahnen´“. Den Kern bilden die Enthüllung von fünf „dezentralen Kunstwerken“ der Künstlergruppe „Schaum“ aus Rostock und der „Tag der Vielfalt in Rostock“ am 26. August.

Die Gruppe „Schaum“ besteht aus der Bildhauerin Alexandra Lotz und dem Fotografen Tim Kellner, die 2016 an dem Wettbewerb der Stadt Rostock zur künstlerischen Aufarbeitung der Lichtenhagen-Pogrome teilgenommen hatten. Aus rund 90 Vorschlägen und elf Finalisten wählte eine breit besetzte Jury die fünf Stelen aus weißem Marmor aus, die an zentralen Orten der Ereignisse vom 1992 aufgestellt werden.

Die Stele „Politik“, ein Quader mit einer Vertiefung in Form eines Gesichts, wird am 22.8. vor dem Rathaus aufgestellt und erinnert an das damalige Versagen von Stadtverwaltung und Politik in Kommune, Land und Bund. Hinzu kommt die Stele „Medien“ am 23.8. vor der Ostsee-Zeitung inkl. einer Podiumsdiskussionen zu »25 Jahre Lichtenhagen: Die Verantwortung der Medien« und »25 Jahre Lichtenhagen: Die Rolle der Polizei« im Saal des Medienhauses.

Es folgen „Gesellschaft“ am 24.8. am ehemaligen Standort des Jugendzentrums „JAZ“ sowie „Staatsgewalt“ am 25.8. an der Polizeiinspektion Ulmenstraße und schließlich „Selbstjustiz“ (26.8.) am Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen, wo die Ausschreitungen thematisiert und an die Untätigkeit der Schaulistigen erinnert wird. Während vier Kunstobjekte an Verfehlungen erinnern, widmet sich die Stele am JAZ ausdrücklich der Zivilcourage, die es auch 1992 gab.


Diskussion und Film

Auf Einladung des Migrantenrats Rostock, Bunt statt Braun e.V. und dem Waldemarhof e.V. diskutieren u. a. Dr. Dorothee Haßkamp (Themengruppe Antirassismus von Amnesty International), Phuong Kollath (angefragt, Interkulturelle Beraterin und Zeitzeugin), Maxime Sanvi Sodji (Ökohaus Rostock) und Franz Zobel (Thüringer Beratungsprojekt ezra) die Frage „Nichts gelernt? – Wie Behörden mit Betroffenen von Rassismus umgehen“.

Ebenfalls am 25. August wird in einem Open Air Kino auf der Wiese nördlich des „Sonnenblumenhauses“ der Film „Wir sind jung. Wir sind stark“ gezeigt. In einem Auftaktgespräch mit Regisseur Burhan Qurbani sowie den Zeitzeugen Nguyen Do Thinh (angefragt) und Dr. Wolfgang Richter wird über die gesellschaftliche Lage 1992 gesprochen.


Tag der Vielfalt in Rostock

Der „Tag der Vielfalt“ am 26. August startet um 10 Uhr sodann mit einer Fahrrad-Demo, die alle Standorte der zuvor enthüllten Kunstwerke abfährt und die Teilnehmer zum Sonnenblumenhaus nach Lichtenhagen führt. Dort befinden sich ab dem Nachmittag Stände und Aktionen von Vereinen und Initiativen, wie z. B. Diên Hông e.V., dem Migrantenrat und „Bunt statt braun“. Gezeigt werden zudem die „Wandernde Wand gegen Rassismus“ und Bestände des Archives „Lichtenhagen im Gedächtnis“.

Auf einer eigens aufgebauten Bühne wird nach Botschaften der Stadtpolitik und der Religionsgemeinschaften ab 16:30 Uhr ein Kulturprogramm geboten. Mit dabei Alex Diehl, Isolation Berlin, Sookee und Odeville. Alle Veranstaltungen finden sich hier als Überblick und als Programmflyer zum Tag der Vielfalt.

 

„Gestern Heute Morgen“: Jeden Tag wird in Rostock ein Denkmal enthüllt

22. August 18.30 Uhr: Das Kunstobjekt „Politik“ wird vor dem Rathaus am Neuen Markt eingeweiht.

23. August 17.30 Uhr: Das Kunstobjekt „Medien“ wird vor dem Medienhaus der OSTSEE-ZEITUNG in der Richard-Wagner-Straße eingeweiht. Um 18.00 Uhr folgt im großen Saal

eine Podiumsdiskussion zu den

Themen „25 Jahre Lichtenhagen: Die Verantwortung der Medien“ und „25 Jahre Lichtenhagen: Die Rolle der Polizei“ mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Dazu gibt es eine Ausstellung mit Berichten aus der OZ zu den Ereignissen von Lichtenhagen 1992.

24. August 17 Uhr: Das Kunstobjekt „Gesellschaft“ wird am ehemaligen Standort des „JugendAlternativZentrums“ an der Ecke Hermannstraße/August-Bebel-Straße eingeweiht. Schüler der Jenaplan-Schule stellen Ergebnisse eines Workshops vor.

25. August 17 Uhr: Das Kunstobjekt „Staatsgewalt“ wird an der Polizeiinspektion Ulmenstraße eingeweiht. Die Polizei lädt zu einem World Café. Rund 40 Teilnehmer, darunter Migranten und angehende Polizisten, sprechen über die Geschehnisse 1992.

26. August 14 Uhr: Das Kunstobjekt „Selbstjustiz“ wird nahe des Sonnenblumenhauses, Höhe Mecklenburger Allee 18, eingeweiht. Der Verein „Bunt statt braun“ lädt zu einem „Tag der Vielfalt“ mit Präsentationen zu Integration und Antidiskriminierung sowie ab 18 Uhr mit Musik.

Quelle: Endstation rechts/ OZ

Foto: lohro

07.08.2017

Kreuz ohne Haken – Die Kirche und die Rechten: ARD, 04.09.2017, 23:45 Uhr

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Neonazis erstürmen in Dortmund kurz vor Weihnachten den Turm der Reinoldi-Kirche im Zentrum der Stadt. Oben feuern sie Leuchtraketen ab und hängen ein islamfeindliches Banner auf: eine bewusste Provokation. Die Bilder verbreiten sich rasch. Sie stehen symbolisch für einen Konflikt, der die beiden christlichen Kirchen beschäftigt wie seit vielen Jahren kein Thema mehr, die Auseinandersetzung mit den Rechten.

Durch ihre klare Position in der Flüchtlingsfrage haben sich die Kirchen Feinde gemacht und sind Angriffen von Rechts ausgesetzt. Beleidigungen, Morddrohungen, Körperverletzung – das ist der Preis, den viele Pfarrerinnen, Pastoren und Priester für ihr Engagement für Flüchtlinge bezahlen müssen. Wie gehen die Kirchen mit dieser Situation um? Und was bedeuten solche Angriffe für die betroffenen Geistlichen und ihre Vorgesetzten?
Kirche und Politik

Kurz vor der Bundestagswahl wird diese Frage besonders wichtig. Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte könnte eine rechte Partei in den Bundestag einziehen. Kirchen sind auch da, um den Menschen Antworten zu geben. Aber welche Antwort geben sie auf die erstarkte Rechte in Deutschland? Und wie politisch darf Kirche überhaupt sein?
Durch das Aufkommen der AfD hat sich das gesellschaftliche Klima verändert. "Es gibt auf allen Ebenen eine Verschiebung. Rechte Kräfte sind stärker geworden. Und das spüren alle, auch die Kirche.", meint der katholische Politikwissenschaftler Andreas Püttmann.
Der schwierige Umgang mit Rechts

Was erleben Geistliche, die sich schon seit Jahren im Kampf gegen Rechts engagieren? Wie umgehen mit rechten Christen, die in die AfD eingetreten sind? Und wer steckt hinter der Kirchturmbesetzung in Dortmund?

Ein Film über die Kirche im Kreuzfeuer rechter Extremisten und Populisten – und ihre Suche nach Antworten.

Der Film von Dominique Klughammer und Stefan Suchalla läuft am 4. September 2017 um 23:45 Uhr