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06.03.2017

Erzbischof Koch warnt Christen vor Populismus

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Christliche Nächstenliebe hört nicht vor der eigenen Haustür auf – zur Eröffnung der Berliner Woche der Brüderlichkeit hat der Berliner Erzbischof Heiner Koch fremdenfeindliche und populistische Tendenzen in der Kirche verurteilt. Auch Klaus Lederer fand deutliche Worte.

Das Eigene unterschiedslos über das Fremden zu stellen, gehe an allem vorbei, was Jesus vorgelebt habe, sagte der Erzbischof zur Eröffnung der 65. Berliner Woche der Brüderlichkeit. "Wer Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, die Angst vor Flüchtlingen oder den Hass auf religiös Andersdenkende schürt, hat den Boden des Christentums, den Boden jeglicher Religion und Humanität längst verlassen."
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Sich nicht in unserer 'Wohlfühlzone' einrichten

Die diesjährige Woche der Brüderlichkeit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit steht unter dem Motto "Nun gehe hin und lerne". Koch betonte, Populismus bestehe in der Überzeugung, "dass man vom anderen nichts mehr zu lernen braucht, nichts mehr von ihm lernen kann, weil man schon alles oder doch das Wesentliche längst weiß". Zugleich sprach sich Koch für einen stärkeren interreligiösen Dialog aus: "Mindestens genauso wichtig wie das Lernen über die eigenen religiöse Tradition ist in unserer Gegenwart das Lernen, das Kennenlernen anderer religiöser Traditionen."

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte in seinen Grußworten, angesichts eines aufkommenden Populismus müssten demokratische Werte verteidigt werden. "Wir dürfen uns nicht in unserer 'Wohlfühlzone' einrichten", so Lederer, das sei extrem gefährlich.

Die zentrale Eröffnungsfeier der bundesweiten "Woche der Brüderlichkeit" fand am Sonntag in Frankfurt am Main statt. Im Mittelpunkt des Festakts in der Paulskirche stand die Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden.

In den kommenden Wochen sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter Vorträge, Stadtführungen, Ausstellungen, Lesungen, Gottesdienste und Workshops.

 

Quelle: rbb

01.03.2017

Zehn Angriffe pro Tag auf Geflüchtete und Asylunterkünfte im Jahr 2016

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Die Anzahl der Angriffe auf Geflüchtete und Asylunterkünfte bleibt im Jahr 2016 erschreckend hoch. Insgesamt kam es zu über 3.500 An- und Übergriffen mit 560 Verletzten, darunter auch 43 Kinder. Zu den Zielen gehören auch Helfer_innen und Hilfsorganisationen.

Im Jahr 2016 kam es insgesamt zu 3.533 An- und Übergriffen auf Geflüchtete und Asylunterkünfte. Das sind fast 10 am Tag.

Dies ergibt sich aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Fraktion "DIE LINKE" im Bundestag.

Davon richteten sich 2.545 gegen Asylbewerber_innen außerhalb von Unterkünften.988 Angriffe fallen unter die Kategorie Überfälle, Anschläge, Sachbeschädigungen und tätliche Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Dies ist ein geringer Rückgang im Vergleich zum Jahr 2015, indem 1.031 Übergriffe erfasst wurden. Bei den Angriffen kam es insgesamt zu 560 Verletzten, darunter 43 Kinder. Insgesamt 155 dieser Straftaten fallen in den Bereich "Sprengstoff, Brandstiftung, Waffen, Körperverletzung, (versuchter) Mord" (2015: 165).

Ein weiteres Ziel sind Helfer_innen und Hilfsorganisationen. Diese waren im vergangen Jahr 217 Übergriffen ausgesetzt.

Gefragt wurde auch nach Protesten vor Flüchtlingsunterkünften, die durch rechtsextreme Parteien und Gruppierungen organisiert wurden. Dabei kam es, so die Antwort auf die "Kleine Anfrage", zu 29 Kundgebungen, organisiert durch NPD, "Die Rechte" und "Der III. Weg". Im Umfeld dieser Demonstrationen kam es zu 36 rechtsextremen Straftaten im Jahr 2016. Dies bezeugt die Bedrohung, die von diesen Veranstaltungen für die Geflüchteten ausgeht.

Die Bundesregierung verurteilt die Anschläge aufs Schärfste und betont, dass "Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und in Deutschland Schutz suchen, zu Recht erwarten können, dass sie sicher untergebracht werden." Ulla Jelpke von der Partei Die Linke kritisiert in diesem Zusammenhang, dass "neue Gesetzesverschärfungen im Asylbereich weiter den Eindruck erwecken, Flüchtlinge seien eine Bedrohung. Das Gegenteil ist wahr: Nazis bedrohen Flüchtlinge und damit auch unsere Demokratie."

 

Quelle: Netz gegen Nazis

Das Foto erschien auf Flickr unter Creative Commons Lizenz CC BY-ND 2.0.
Bearbeitung durch netz-gegen-nazis.de.

27.02.2017

Forum | Zusammenleben in MV - Wer hilft, was hindert?

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Seit unserem letzten Vernetzungstreffen „Willkommen und Ankommen in Mecklenburg-Vorpommern“ am 5. März 2016 in Güstrow hat sich im Bereich der Unterstützung Geflüchteter vieles bewegt. Zahlreiche Vereine und Projekte sind entstanden, aber auch neue Strukturen und Netzwerke. Gemeinsam haben die zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure Beachtliches erreicht.Nach einem Jahr wollen wir – die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern und der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. – zu einem weiteren landesweiten Vernetzungstreffen einladen, um gemeinsam Bilanz zu ziehen und Perspektiven für die künftige Arbeit zu entwickeln.

Zusammenleben in Mecklenburg-Vorpommern – Wer hilft, was hindert?
Samstag, 6. Mai 2017, 10-17 Uhr
Greifswald, Majuwi

Eingeladen sind Einheimische und Geflüchtete, die sich ehrenamtlich oder hauptamtlich für ein gutes Zusammenleben von Alteingesessenen und Zugezogenen engagieren. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme von Initiativen und Projekten aus dem ganzen Land und nehmen im Vorfeld Anregungen und Themenvorschläge zur Gestaltung des Programms gerne entgegen.

Bitte merken Sie sich schon jetzt das Datum der Veranstaltung vor. Die Einladung mit einem detaillierten Programm folgt.

Datum  Samstag, 06. Mai 2017
Ort  Majuwi - Maritimes Jugendwerk Wieck, Yachtweg 3, 17498 Greifswald
Teilnehmer  max. 100
Kosten  keine
Anmeldung  n.n.