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31.05.2016

Migranten in MV fordern mehr Integrationsangebote

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29.05.2016 ǀ Schwerin.  Migranten in Mecklenburg-Vorpommern haben verbesserte Integrationsangebote für Flüchtlinge gefordert. Dazu gehören Integrationszentren auf Kommunalebene, eine erleichterte Mobilität der Flüchtlinge im ländlichen Raum, ein garantierter Anspruch auf Dolmetscherleistungen sowie Maßnahmen für die Integration in den Arbeitsmarkt, teilte das Netzwerk der Migranten-Selbstorganisationen aus MV (Migranet MV) in Schwerin mit. Dort findet eine dreitägige Konferenz der Migranten-Selbstorganisationen aus dem Nordosten statt.

Ferner wurde gefordert, die Sicherheit der Asylheime zu gewährleisten, eine Gesundheitskarte für Asylbewerber sowie eine freiwillige Rückkehrberatung von Flüchtlingen zu installieren. Die Residenzpflicht dürfe nicht wieder eingeführt werden, hieß es. Außerdem müsse ein menschenwürdiges Existenzminimum gewährleistet und Sozialleistungen nicht gekürzt werden. Die Bleibeperspektive müsse individuell geprüft werden. Einzelne Asylbewerbergruppen pauschal von Integrationsmaßnahmen auszunehmen, widerspreche der Individualität des Asylrechts.

Zugewanderte in MV wollten ihren Beitrag leisten, "um unser Land attraktiver für alle zu machen", hieß es weiter. Dies könne nur gelingen, wenn die Landesregierung den Aufbau einer Willkommens- und Anerkennungskultur als strategisches Ziel ihrer Politik einstufe. Insbesondere müssten das ehrenamtliche Engagement vor Ort sowie Initiativen und Projekte für ein friedvolles Zusammenleben mit mehr Geld gefördert werden.

Das Netzwerk der Migranten-Selbstorganisationen aus MV vertritt die Interessen von mehr als 45.000 Zugewanderten aus verschiedenen Ländern. Mehr als 45 Selbsthilfegruppen von Migranten gehören dem Netzwerk an.

 

Quelle: epd/ migranet-mv.de

31.05.2016

BDKJ positioniert sich klar gegen Menschenfeindlichkeit

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Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bezieht klar Position gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Mit dem Beschluss „Wir widersprechen - weil wir glauben“ macht der Dachverband deutlich, dass in den katholischen Jugendverbänden und Jugendorganisationen Demokratie erlebbar wird und alle Formen von Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben.

„Hass und Gewalt sind keine Formen der politischen Auseinandersetzung“, stellt die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier klar.  „Wir erleben derzeit eine massive Zunahme an Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterstützerinnen und Unterstützer. Viele Menschen unterstützen diese Gewalt verbal oder rufen sogar offen dazu auf. Gegen diese, aber auch andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit müssen und werden wir als katholische Jugendverbände klar eintreten“,  betont Maier weiter. Als besonders besorgniserregend bewertet der BDKJ die Verbindungen der extremen Rechten zu Teilen der christlichen Kirchen: „Christinnen und Christen können bei vielen Themen unterschiedlicher Meinung sein, Menschenfeindlichkeit und Rassismus können aber niemals Teil einer christlichen Haltung sein“, so Maier. „Wir lassen nicht zu, dass Menschen im Namen unseres Glaubens angefeindet und ausgegrenzt werden.“

Der BDKJ unterstützt die klare Haltung der katholischen Bischöfe gegen Rassismus und Rechtspopulismus und fordert zugleich die Deutsche Bischofskonferenz auf, ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auch strukturell noch stärker auszubauen.

Eine große Verantwortung sieht der BDKJ auch bei den politischen Verantwortlichen der Parteien: „Politikerinnen und Politiker dürfen mit der Verbreitung von Angst nicht auf Stimmenfang gehen. Populistische Stimmungsmache mit Stammtischparolen muss auch im Wahlkampf ein Tabu sein“, so die Bundesvorsitzende. Stattdessen fordert der BDKJ politische Bildungsarbeit stärker in den Fokus zu nehmen und einen auf Langfristigkeit angelegten Ausbau der staatlichen Finanzierung von Aktivitäten gegen Rassismus und weitere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Die BDKJ-Hauptversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des BDKJ. Rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland haben bis Sonntag auf Burg Rothenfels Positionen zur Zukunft von Kirche und Gesellschaft bezogen. Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und –organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Politik und Gesellschaft.
 

PM BdKJ/Theresa von Bischopink

04.04.2016

"Willkommen bei Freunden" Neues deutsch-arabisches Sach- und Bilderbuch für Flüchtlingskinder erschienen

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02.04.2016 ǀ Schwerin.  Ein neues deutsch-arabisches Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren will Flüchtlingen Themen des Alltags in Deutschland näherbringen. Es geht um Kindergarten, Müllentsorgung, Kirche und mehr. In Schwerin wurde das Buch jetzt vorgestellt.

"Du kannst bei mir wohnen. Ich helfe dir gerne!" In einem neuen deutsch-arabischen Bilderbuch für Flüchtlingskinder hört eine weiße Taube aus "einem fernen Land" immer wieder diese freundlichen Worte von verschiedenen Vögeln, denen sie nach "einem heftigen Sturm" erschöpft in "einem anderen Land" begegnet. Schwalbe, Rabe, Elster und Co. helfen ihr, dieses Land besser kennenzulernen und sich einzugewöhnen.

Das 24-seitige Buch mit dem Titel "Willkommen bei Freunden" soll nach Angaben der Deutschen Kinderhilfe einen Beitrag zur Integration von arabischsprechenden Flüchtlingskindern in Deutschland leisten und ist für Kinder im Kita-, Vor- und Grundschulalter gedacht. Es sei auch ein Appell an Menschlichkeit sowie an eine gastfreundliche Aufnahme von Flüchtlingen, sagte Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, zur öffentlichen Präsentation des Buches am Freitag in Schwerin.

5.000 Exemplare für Flüchtlingskinder in MV

Die Publikation ist Ergebnis eines Bildungsprojekts der Deutschen Kinderhilfe mit dem Talisa-Kinderbuch-Verlag (Langenhagen/Niedersachsen) in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Mecklenburg-Vorpommern. Die Deutsche Kinderhilfe setze sich seit Jahren für die Förderung der Sprach- und Lesekompetenz ein, "denn diese sind der Schlüssel zur Welt", sagte Becker. Demnächst sollen 5.000 Exemplare kostenlos an Flüchtlingskinder im Nordosten verteilt werden. Kinderhilfe, Kinderschutzbund und DRK hofften, "dass ihre Idee auch in anderen Bundesländern aufgegriffen und weiter praktiziert wird".

Die wechselnden Schauplätze der Geschichte sollen dazu anregen, mit Kindern über das Alltagsleben, Freizeitmöglichkeiten und die deutsche Kultur zu sprechen, hieß es. Dabei geht es um Themen wie Kindergarten, Bauernhof, Bibliothek, Müllentsorgung, Kirche und Stadtverkehr. Nicht zuletzt werde gezeigt, "dass man überall auf der Welt Freunde finden kann". Außerdem sollen die Eltern animiert werden, ihren Kindern vorzulesen und selber erste deutsche Sätze zu lernen.

Taube hat besonderen Symbolwert

Dass die Taube als Hauptfigur in dem Buch nach einem neuen Zuhause sucht, ist kein Zufall. Die Taube habe im Islam einen besonderen Symbolwert, erklärte Becker. Zum einen stehe sie als Krafttier für Hoffnung, Schutz und Erlösung, zum anderen repräsentiere sie auch Frieden, Freiheit, Liebe und Sanftmut. Außerdem könnten die Fantasiefiguren des Buches gegebenenfalls auch traumatisierten Kindern helfen, "ihre Gefühle zuzulassen, da sie nicht auf direktem Weg mit ihrer realen Welt konfrontiert werden".

Zum Schluss des Buches trifft die Taube einen Adler, der im Berliner Reichstagsgebäude wohnt. Dieser Greifvogel erklärt ihr, dass dort Gesetze gemacht werden. Und dass "in diesem Land" alle Frauen und Männer gleiche Rechte und Pflichten haben, Kinder besonders geschützt werden und jeder sagen darf, was er denkt.


Quelle: epd