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19.06.2018

„Wir müssen uns schmutzig machen!“ 5. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ diskutiert über Rechtsexpopulismus und Kirche

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Seit fünf Jahren treffen sich Engagierte aus der Nordkirche zum „Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“. In diesem Jahr stand die Tagung, die vom 13. Bis 14. Juni in Hamburg stattfand, im Schatten der Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien in Europa und einer zunehmenden politischen Radikalisierung.
Welche Antworten hat Kirche auf die „Sorgen und Nöte“ der Wutbürger, auf die Abschottungspolitik gegenüber weltweiten Fluchtbewegungen und die Hetze im digitalen und analogen Raum?
In einem Streitgespräch am ersten Tag wurde deutlich, dass sich der theologisch-ethische Anspruch der Nächstenliebe und Gerechtigkeit im Gemeindealltag nicht immer wiederspiegelt. Prof. Dr. Rainer Anselm, Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD forderte, dass Kirche sich den berechtigten Ängsten zuwenden müsse und Räume für die Auseinandersetzung gesellschaftlicher Fragen gestalten muss. Dagegen betonte der Praktische Theologe Prof. Hans-Martin Gutmann, dass Kirchen Rassismus und Menschenfeindlichkeit benennen und die globale Dimensionen von zerstörerischer Wirtschaftsweise thematisieren müssen. Petra Huse, Pastorin in Anklam erdete mit ihren Erfahrungen die Diskussion und beschrieb das Spannungsfeld zwischen Seelsorge und ethischen Imperativen. Der Rückzug aus den dünnbesiedelten Regionen öffne die Räume für Rechtsextremismus und verstärke Demokratieverdrossenheit und Fremdenangst.
Der Film „Neben den Gleisen“ von Dieter Schumann und Michael Korkut, die Einheimische und Geflüchtete in einem Bahnhofskiosk 2015 begleitete, warf die Frage auf, ob Kirchengemeinden sich nicht von einigen sozialen Milieus  entkoppelt haben und in ihrer eigenen „Blase“ gefangen sind.
Henning Flad, Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ eröffnete den zweiten Tag mit einem Lagebild zur „Neuen Rechten“, die inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Das Schweigen zu, aber auch das Bagatellisieren von gesellschaftlichen Missständen würde Rechtspoplisten in die Hände spielen. Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage, wie Gemeinden und Kirchenleitungen Räume für den gesellschaftlichen Diskurs öffnen und gestalten können. Dabei werden wir „uns auch die Hände schmutzig machen müssen.“ Diese Fragen werden nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Veranstalter des Forums weiterhin begleiten.

Das Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ ist eine gemeinsame Veranstaltung von Evangelischer Akademie, „Kirche stärkt Demokratie“, dem Rechtsextremismusbeauftragten des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, der Gedenkstätte Martin-Luther-Kirche Lübeck und der Arbeitsstelle Ökumene - Menschenrechte - Flucht – Friedensbildung. Das Forum wird durch die Nordkirche, den ESF und das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ gefördert.

Akademiedirektor Kaiser moderiert das Podiumsgespräch zwischen den Professoren Anselm und Gutmann und Pastorin Huse (v.links)
23.03.2018

AktuelleFortbildungsangebote in der Nordkirche

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Fortbildung für die Konfirmanden*innenarbeit: "Hass und Nächstenliebe"


Hass und Ausgrenzung sind Elemente mit denen Rechtspopulismus arbeitet. Jugendliche erleben Hass aktiv, passiv und als Beobachtende. Ist Hass normal? Woher kommt er? Wer braucht ihn? Und wozu? Welche Wege führen vom Hass zu Nächstenliebe und zu Identitätsbildern, die nicht von Ausgrenzung leben? Wir gehen aus von eigenen Erfahrungen und nähern uns psychologisch und theologisch dem Phänomen Hass. Wir stellen Unterrichtsbeispiele für die Konfirmandenarbeit vor und entwickeln eigene Ideen.

Beginn: 18.06.2018 | 11:00
Ende: 20.06.2018 | 16:00
Ort: Christophorushaus Bäk| Am Hasselholt 1, 23909 Bäk / Ratzeburg
Leitung: Rainer Franke/ Julika Koch (Referat Friedensbildung)
Kosten: 100,00€
Anmeldung: https://pti.nordkirche.de/veranstaltungen/detail/veranstaltung/hass-und-naechstenliebe.html
Veranstalter: PTI der Nordkirche - Hamburg, Referat Friedensbildung der Arbeitsstelle Ökumene – Menschenrechte – Flucht – Friedensbildung der Nordkirche


Workshop „Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“

Immer wieder werden Mitarbeiter*innen der Diakonie, die sich für Geflüchtete engagieren, beleidigt, an­gefeindet oder gar bedroht. Auch erleben sie oftmals Situationen, in denen rechtsextremes, rassistisches oder antisemitisches Gedankengut artikuliert wird oder entsprechende Handlungen vollzogen werden. Die Strategie von Rechten und Neonazis, Unterstützer*innen von Geflüchteten einzuschüchtern, betrifft dabei nicht nur die unmittelbaren Opfer, sondern verunsichert auch die Hauptamtlichen, die sich in der Geflüchtetenarbeit engagieren.Der Workshop „Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“ wird von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin in Kooperation mit den Mobilen Beratungen in den Bundesländern durchgeführt. Es wird um rechtsextreme und rechtspopulistische Strukturen gehen und wie man sie und die dahinterstehenden Ideologiebausteine erkennen kann, um handlungssicherer für die Auseinandersetzung zu werden.

Datum: 15.05.2018, 09:30-17.00 Uhr,
Ort: Diakonisches Werk MV e.V., Körnerstr. 7, 19055 Schwerin

Anmeldung unter: https://eveeno.com/286125767

13.02.2018

Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ Studientagung am 13./14. Juni 2018 in Hamburg

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„Kurshalten in bewegten Zeiten – Kirche sein zwischen theologischer Reflexion und demokratischer Verantwortung“ . Unter diesem Titel lädt das ökumenische „Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ zur Studientagung am 13. und 14. Juni 2018 nach Hamburg ein. Auf der Tagung wollen wir uns über die aktuelle Situation austauschen, unsere praktischen Erfahrungen und Fragen einbringen und unter theologischer und politikwissenschaftlicher Perspektive mit Expertinnen und Experten nach Lösungsansätzen suchen.

Unsere Gesprächspartner sind u.a. die Theologen Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann (Hamburg) und Prof. Dr. Reiner Anselm (München) und der Filmemacher Dieter Schumann (Basthorst).

Die Einladung richtet sich an Personen, Initiativen und Einrichtungen inner- und außerhalb der Kirchen, die sich Ankerim Bereich Demokratiebildung und Extremismus-Prävention engagieren.

Die Tagung beginnt am Mittwoch, den 13. Juni 2018, mit dem Mittagessen und endet am Donnerstag, den 14. Juni 2018, nach dem Mittagessen.

Der Tagungsort ist die Missionsakademie an der Universität Hamburg.

Anmeldung ab dem 1. März 2018 auf: www.kirche-demokratie.de