
„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“
Diese Kernaussage des Grundgesetzes steht für die Arbeit von „Kirche stärkt Demokratie“. „Kirche stärkt Demokratie“ bietet seit 2011 qualifizierte Fortbildungen und Beratungen für Ehren- und Hauptamtliche. Unsere Angebote befähigen Menschen aus Kirchengemeinden in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindlichen Einstellungen. Darüber hinaus beraten wir Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden im Umgang mit menschenfeindlichen Haltungen, geben Anregungen für die Umsetzung lokaler Dialoge und die Öffnung von Kirchengemeinden zu anderen Akteuren im Ort.
Aktuelles & Bilder
"Wie hältst Du es mit der Wahrheit? "Gretchen" checkt Falschinformationen
Wahlen sind Hochzeiten für Desinformationen und deep fakes in "sozialen" Medien. "Gretchen" soll den Bürgern und Bürgerinnen helfen, falsche Infos bei Wahlen zu erkennen. Mit nur zwei Klicks können Wähler und Wählerinnen zweifelhafte Bilder in Social Media direkt an die Gretchen AI Software weiterleiten, die sie dann auf Echtheit prüft. Gretchen analysiert Kontext, Quellen und Signalstrukturen, um manipulierte Inhalte zuverlässig zu identifizieren.
So funktioniert der 2-Klick-Check:
- Verdächtigen Post auf Instagram auswählen.
- Über die Teilen-Funktion an den Checker-Account „gretchen_ai_berlin“ senden, es meldet sich der KI-Detektor.
- Nutzerinnen und Nutzer erhalten eine Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit eines Fakes und eine kurze Einschätzung zu Einflussfaktoren.
- KI und Faktencheck Expert*innen prüfen ausgewählte oder uneindeutige Bilder, auch Metadaten und Kontext – inklusive Abgleich mit geprüften Quellen.
- Alle Schritte sind datenschutzkonform, es werden nur die für die Analyse notwendigen Inhalte verarbeitet.
Quelle: https://www.dfki.de/

Unser größtes Plus — damit Menschlichkeit zählt. Wertekampagne in Mecklenburg‑Vorpommern der Nordkirche und Diakonie
Seit Mitte August werben die Evangelisch‑Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und das Diakonische Werk Mecklenburg‑Vorpommern e. V. sichtbar für Respekt, Zuversicht, Menschlichkeit, Zusammenhalt und Gemeinschaft. Die Großflächenplakate zur Kampagne unter dem Titel „Unser größtes Plus — damit Menschlichkeit zählt“ zeigen fünf verschiedene Motive und sind an 106 Standorten im gesamten Bundesland zu sehen. Die Belegung erfolgt gestaffelt über zwei Dekaden bis zum 14. September.
Werte sichtbar machen. Haltung zeigen
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum‑Schmidt und der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Tilman Jeremais, erklären dazu: „Die bevorstehende Landtagswahl in Mecklenburg‑Vorpommern bewegt viele Menschen. Sie findet in einem zunehmend polarisierten Umfeld statt und fordert uns heraus, verlässlich für das einzustehen, was uns als Kirche trägt: die unveräußerliche Würde jedes Menschen, die gelebte Nächstenliebe und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Mit der Medienkampagne ‚Unser größtes Plus – damit Menschlichkeit zählt‘ setzen Nordkirche und Diakonie Mecklenburg‑Vorpommern bewusst auf zugewandte und hoffnungsvolle Botschaften. Unter dem Kampagnendach machen wir sichtbar: Respekt, Zuversicht, Menschlichkeit, Zusammenhalt und Gemeinschaft sind das Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Diese Werte wachsen aus Beziehung – und für Christenmenschen auch aus unserer Verbundenheit mit Gott und aus dem Vertrauen darauf, dass wir einander als Geschöpfe Gottes begegnen.“
Einander beistehen. Verantwortung übernehmen
Der Landespastor des Diakonischen Werkes Mecklenburg‑Vorpommern, Paul Philipps, betont: „Unsere gemeinsame Kampagne macht sichtbar, dass gelebte Nächstenliebe und gesellschaftlicher Zusammenhalt konkrete Gesichter und Geschichten haben — und dass Engagement vor Ort Demokratie stärkt. In der Diakonie erleben wir täglich, wie Menschen einander beistehen, Verantwortung übernehmen und Hoffnung teilen. Diese Erfahrungen prägen unsere Arbeit und zeigen: Wo Menschen sich füreinander öffnen, entsteht ein Raum, in dem Würde, Respekt und Vertrauen wachsen können.“
Menschen aus Mecklenburg‑Vorpommern erzählen ihre Geschichten
Mit der gemeinsamen Wertekampagne „Unser größtes Plus — damit Menschlichkeit zählt“ setzen Nordkirche und Diakonie ein öffentliches Zeichen für Haltungen, die das gesellschaftliche Miteinander stärken und Orientierung geben. Die Motive zeigen Menschen aus Mecklenburg‑Vorpommern, die mit ihren persönlichen Geschichten für Werte einstehen, die das Zusammenleben tragen. Die Protagonistinnen und Protagonisten erzählen von ihren Erfahrungen und teilen ihre Werte auf den Webseiten heimat.nordkirche.de, naechstenliebe.nordkirche.de und freiheit.nordkirche.de. Ergänzt werden die Plakate durch Radiospots, eine Social‑Media‑Kampagne und eine Zeitungsbeilage.
Impulse aufnehmen. Perspektiven teilen. Miteinander ins Gespräch kommen.
Die Kampagne lädt Menschen in Mecklenburg‑Vorpommern ein, die Werte sichtbar zu machen, die ihr Leben, ihr Handeln und ihre persönliche Entscheidung bei der Landtagswahl prägen. Was gibt Halt? Was stärkt das Miteinander? Und woran soll sich unser Zusammenleben messen lassen? Auf den Kampagnen‑Webseiten und in den sozialen Medien können Menschen ihre Geschichten, Gedanken und Haltungen teilen. Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen greifen die Impulse vor Ort auf und eröffnen Räume für Begegnung und Gespräch: Unsere Werte prägen, wie wir zusammenleben. Und sie können den Ausschlag geben, wenn wir entscheiden, welche Zukunft wir miteinander wollen.
Quelle: Nordkirche (dds)

Dem Autoritarismus widerstehen und entgegentreten. Ein Weckruf des Vorstands der Deutschen Kommission Justitia et Pax
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax hat im Vorfeld der kommenden Landtagswahlen einen Weckruf veröffentlicht.
Der Vorsitzende der Kommission, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, machte deutlich: „Es reicht nicht, besorgt zu sein. Es kommt darauf an, den autoritären Versuchungen und Versuchern mit einer klaren Haltung öffentlich entgegenzutreten. Der Respekt vor der Menschenwürde aller Menschen – insbesondere auch der Schwachen, Armen und Verletzlichen – ist für uns eine Frage der Identität.“
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) wurde 1967 gegründet und versteht sich als Forum der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Justitia et Pax ist deren gemeinsame Stimme in Gesellschaft und Politik und damit Akteurin des politischen Dialogs. Darüber hinaus ist die Deutsche Kommission Bestandteil eines weltweiten Netzwerkes nationaler und regionaler Justitia-et-Pax-Kommissionen.
Quelle: https://justitia-et-pax.de

Gemeinsam für eine starke Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern
Zum fünften Mal hatte Bischof Tilman Jeremias am Dienstag, 18. August 2026, zum „Runden Tisch Demokratie" eingeladen. Das Netzwerk bringt kirchliche und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure zusammen, die sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Aktionen austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln, wie Demokratie und gesellschaftliche Werte gestärkt und vermittelt werden können.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand insbesondere das Engagement im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September. Der Runde Tisch begleitet unter anderem Angebote wie die Demokratie-Koffer der Evangelischen Jugend Mecklenburg, die gemeindenahe Aktion der Kirchenkreise „Unser starkes Kreuz für Demokratie - ...weil Demokratie nicht vom Himmel fällt!" sowie die landesweite Wertekampagne „Unser größtes Plus“ der Nordkirche.
„Demokratie lebt davon, dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben, Verantwortung übernehmen und sich für das Gemeinwohl einsetzen. Als Kirche wollen wir dabei Partnerin und Impulsgeber sein", sagt Bischof Tilman Jeremias. Auch über die Landtagswahl hinaus soll der „Runde Tisch Demokratie" seine Arbeit fortsetzen. Das Netzwerk will gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam beobachten, bestehende Kooperationen stärken und neue Verbindungen schaffen. Mit unterschiedlichen Formaten und Aktionen sollen Menschen vor Ort in ihren Fragen, Anliegen und ihrem Engagement für eine demokratische und werteorientierte Gesellschaft unterstützt und begleitet werden.
Der „Runde Tisch Demokratie" versteht sich dabei als offenes Netzwerk, das kirchliche und zivilgesellschaftliche Perspektiven miteinander verbindet und gemeinsam nach Wegen sucht, demokratische Kultur im Alltag zu stärken. Er wird von "Kirche stärkt Demokratie" vorbereitet und moderiert.
Quelle: ELKM (cme)

Annäherungen – Vor Ort im Gespräch. Mit Mut, Herz und Verstand – Veränderung gestalten
Freitag, den 18.09.2026, 9.30-15.30 Uhr in der Alten Fachwerkkirche Eggesin
Zum dritten Mal laden „Kirche stärkt Demokratie“ und der „Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt“ zum Austausch- und Vernetzungstreffen ein. Willkommen sind alle demokratisch engagierten Menschen aus Kirche und Gesellschaft im östlichen Vorpommern. Unter fachkundiger Moderation von Gerd Wermerskirch vom ARGO-Team loten wir gemeinsam Chancen und Grenzen von Veränderungsprozessen in der Region aus. Ziel ist es, neben Stärkung und Vernetzung, den zukünftigen Herausforderungen gemeinsam mutig begegnen zu können.
Für Essen und Trinken ist gesorgt.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung bis zum 28. August 2026.

„Suchet der Stadt Bestes“ - Interreligiöses Council am 29.09. 2026 in Schwerin
„Suchet der Stadt Bestes“ - Aufeinander hören und miteinander gestalten
Ein interreligiöses Council am Dienstag, den 29. September 2026, 18:00 bis 20:30 Uhr im Demmlersaal des Alten Rathauses Schwerin
Es ist immer besser mit- als übereinander zu reden. Grade in Zeiten, in denen Vieles unsicher scheint und extreme Positionen Raum gewinnen ist das gemeinsame Teilen von Ideen und Geschichten unverzichtbar.
Wir wollen, dass ihre Vorstellungen und Ideen für das Zusammenleben in Schwerin Raum finden. Mit der Methode „Council“ (Zu Rate sitzen) können wir:
- die anderen mit ihren Wahrheiten hören und sie lassen wie sie sind,
- diese Wahrheiten nicht als Bedrohung verstehen, sondern als Ausdruck eigener Erfahrungen,
- die eigene Wahrheit (Fühlen, Erleben, Erfahren, Denken) als eine unter vielen sehen und
- gleichzeitig wertschätzen, selbst wenn sie nur für dich gilt.
Council ist eine Einladung zum Kulturwechsel, denn hier geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um eine zugewandte „Kommunikation des Herzens“.
Ob religiös oder nicht, Sie sind herzlich eingeladen, ihre Geschichten mit anderen zu teilen und von anderen zu hören.

Am 24. Juli startet zum 15. Mal "Starke Stücke - Berührt und diskutiert“
Seit 15 Jahren bringt "STARKE STÜCKE. Berührt und diskutiert" des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg in Kooperation mit dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, dem Projekt "Kirche stärkt Demokratie", der Initiative WIR. Erfolg braucht Vielfalt - Landesbündnis für Demokratie und Toleranz - und der Filmland MV gGmbH emotional berührende und kontroverse Filme auf die Leinwand und ins offene Gespräch. Eingeladen wird zu landesweit insgesamt 45 Filmabenden vor allem in alten Dorfkirchen und Pfarrscheunen – auch um das kulturelle Angebot im ländlichen Raum zu stärken. Gezeigt werden - teils mehrfach - insgesamt 18 verschiedene deutschsprachige und internationale Kino-und Dokumentarfilme.
Die von den Kirchengemeinden mittels eines Filmkanon ausgewählten Filme beinhalten Themen, die uns und unsere Gesellschaft bewegen. Die Filme sollen unterhalten und ebenso einladen, eigene Positionen zu überdenken und im Gespräch miteinander den Blick zu weiten. Seien Sie herzlich eingeladen und bringen Sie Freunde und Bekannte mit.
"Starke Stücke" startet am Freitag, den 24. Juli 2026 um 19:30 Uhr in der Kunstkirche Eickelberg bei Sternberg. Gezeigt wird der isländische Film "Gegen den Strom" von 2018.
Eintritt frei. Spenden für die Kulturarbeit der Kirche erwünscht.

„Gleichgültigkeit macht nicht alles gleich gültig“
Das 13. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ tagte in Rostock
Von wegen, kühler Norden! Das 13. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ fand in diesem Jahr unter extrem heißen Bedingungen statt. Nicht nur, weil die Temperaturen sich am letzten Juniwochenende der 40-Grad-Marke näherten. Sondern auch, weil Mecklenburg-Vorpommern ein heißer Sommer bevorsteht, denn am 20. September finden im Nordosten Landtagswahlen statt. Auch hier liegt die AfD in den Umfragen vorne.
Vielleicht hatte deshalb das 13. Forum in Rostock, das in diesem Jahr gemeinsam mit der BAGKR organsiert wurde, einen Besucherrekord zu verzeichnen. Über 60 Teilnehmende aus Norddeutschland kamen, um sich der gesellschaftlichen und theologischen Frage nach Wahrheit in Zeiten von Fake News und gezielter Desinformation zu stellen.
In der wohltemperierten Petrikirche machte die Publizistin, Autorin und Schauspielerin Samira EL Ouassil den Aufschlag. Sie analysierte in Ihrer Keynote die Funktionsweise und gesellschaftlichen Folgen der intrumentellen Lüge. „Die Krise der Wahrheit“, so El Ouassil, „ist nicht nur eine Informationskrise. Sie ist auch eine Gleichgültigkeitskrise.“ In Zeiten, in denen sich die Realität kaum noch von der erfundenen Wirklichkeit unterscheiden lässt, brauche es darum kognitive und emotionale Anstrengungen, sich Fake News und Desinformationen entgegenzustellen. Der moderne Populismus setze auf die Erschöpfung der Wahrheitssuchenden. Aber eine Demokratie brauche geteilte Realitäten, sonst wird sturmreif zuinformiert.
Roland Rosenstock, Theologe und Medienpädagoge hob in seinem Vortrag davon ab, dass der biblische Wahrheitsbegriff aus einer Suchbewegung entsteht und sich Wahrheiten aus Begegnungen konstituieren. Im Gegensatz zu autoritären Ideologien, die einen unhinterfragbaren Absolutheitsanspruch beanspruchen, sei der jüdisch-christliche durch Reflexion und ein kritisches Ringen charakterisiert.
Für den Publizisten und Juristen Hendrik Cremer war das Forum die letzte Station seine Lesereise. In „Je länger wir schweigen, desto mehr Mut werden wir brauchen!“ analysiert Cremer den Weg der AfD in den Rechtsextremismus und warnte vor 150 Zuhörer:innen vor den Folgen einer Regierungsbeteiligung.
Leider stand am 2 Tag des Forums die kühle Kirche nicht zur Verfügung. Trotzdem erfrischten die semantischen und politologischen Einordnungen zum Thema „Wahrheit-Desinformation-Fake News“ des Hamburger Politikwissenschaftlers Paul N. Steffen das Auditorium. Seine Impulse wurden in drei Workshops vertieft. Das Abschlussplenum bestätigte das Organisationsteam, dass es weitere Veranstaltungen aber auch Strategien bedarf, damit sich die Kirchengemeinden im Norden auf die herausfordernden politischen Entwicklungen einstellen.

Handreichung für verantwortliches Handeln. Kirche in Hessen-Nassau ermutigt zu demokratischem Engagement
Die neue Handreichung der Ev. Kirche Hessen-Nassau (EKHN) zeigt, wie Kirchenvorstände demokratische Werte im Gemeindeleben fördern können. Die Publikation bietet Orientierung für Leitungsgremien, benennt zentrale Leitlinien und zeigt, warum Leitungsämter an klare Werte gebunden sind.
Der gesellschaftliche Umgangston hat sich spürbar verändert: Viele Kirchengemeinden erleben, dass Diskussionen rauer werden und extremistische Positionen stärker auftreten. Das stellt besonders Kirchenvorstände vor neue Herausforderungen. Wie bleibt man offen für unterschiedliche Meinungen – und zieht zugleich klare Grenzen, wenn die Würde von Menschen verletzt wird?Antworten darauf gibt die neue EKHN‑Handreichung „Demokratie stärken! Orientierung für Kirchenvorstände“. Sie unterstützt Verantwortliche dabei, eigene Positionen weiterzuentwickeln, sprachfähig in herausfordernden Situationen zu werden und verantwortungsvoll zu handeln – im Leitungsgremium, bei Veranstaltungen und im öffentlichen Auftreten.

Das Grundgesetz feiert Geburtstag. Ein Grund zu feiern!
Dank der EKD zum Ehrentag: Jeder zweite evangelische Jugendliche engagiert sich ehrenamtlich!
◼ Die EKD-Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs und Synodenpräses
Anna-Nicole Heinrich würdigen zum bundesweiten Ehrentag das Engagement von rund 1,5 Millionen Ehrenamtlichen in Kirche und Diakonie.
◼ Besonders junge Menschen übernehmen in der evangelischen Jugendarbeit früh Verantwortung und sammeln wichtige Erfahrungen für gesellschaftliches Engagement.
◼ Rund um den 23. Mai laden Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen bundesweit dazu ein, freiwilliges Engagement kennenzulernen und mitzugestalten.
Hannover (20. Mai 2026). Anlässlich des ersten bundesweiten Ehrentags am 23. Mai sprechen die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, und Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich allen Ehrenamtlichen ihren Dank aus. Allein in der evangelischen Kirche und der Diakonie engagieren sich 1,5 Millionen Menschen ehrenamtlich. „Unsere
Demokratie ist darauf angewiesen, dass Menschen sich engagieren und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Ich erlebe jeden Tag, wie groß gerade bei jungen Menschen die Bereitschaft dazu ist“, sagt die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich.
„Für diesen Einsatz im Bereich unserer Kirche und darüber hinaus möchten wir am bundesweiten Ehrentag am 77. Geburtstag des Grundgesetzes danken.“ Nach der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung ist das ehrenamtliche Engagement der 14- bis 17-Jährigen um sieben Prozent höher als das
Durchschnittsengagement. Das bedeutet: Mehr als jeder zweite evangelische Jugendliche engagiert sich ehrenamtlich (53 Prozent).
Die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, unterstreicht zum Ehrentag die Bedeutung der Ehrenamtlichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Ohne ehrenamtliche Unterstützung wäre unsere Kirche, wäre unsere gesamte Gesellschaft nicht denkbar. Wir sind angewiesen auf Menschen, die Zeit
schenken, zuhören, anpacken, begleiten, trösten, organisieren, besuchen, helfen.“ Weil die Anerkennung für engagierte Menschen gar nicht groß genug sein könne, und dennoch selten auf Seite eins der Zeitungen landen, sei der Ehrentag auch für kirchlich Engagierte ein wichtiges Zeichen: „Wir wissen: Viele, die sich in der Kirche engagieren, tun das nicht nur dort. Sie sind auch im Sportverein aktiv, in der Nachbarschaft, in Initiativen, in der Kommune, bei der Feuerwehr oder an vielen anderen Orten. Unsere Gesellschaft lebt von diesem Engagement. Es ist eine Wurzel unseres Zusammenhalts und es steht im Einklang mit den Grundprinzipien unseres Grundgesetzes, das auf Verantwortung und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in unserem Gemeinwesen angelegt ist.“
Präses Heinrich engagiert sich selbst seit ihrer Jugend in der evangelischen Kirche: „Für viele Jugendliche ist das Ehrenamt in der Kirche ein erster Schritt in verantwortungsvolles gesellschaftliches Handeln. Ob als Teamer im Konfirmandenunterricht, bei Freizeiten, in Jugendgruppen oder sozialen Projekten – junge Ehrenamtliche gestalten Gemeinschaft und erwerben wichtige Kompetenzen für ihr weiteres Leben.“ Sie sieht allerdings auch dringenden Handlungsbedarf, um Ehrenamt zu ermöglichen: „Gleichzeitig hängt die
Möglichkeit zum Engagement noch immer zu stark von Einkommen, Bildung oder verfügbarer Zeit ab. Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss deshalb Barrieren abbauen und Beteiligung ermöglichen.
Engagement entsteht aus Freiheit und der Überzeugung: hier mache ich was Sinnvolles.“
Der bundesweite Ehrentag wurde durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ins Leben gerufen. Der Tag bietet Gelegenheit, Kirchengemeinden und Einrichtungen der Diakonie kennenzulernen, sich über Mitmachmöglichkeiten zu informieren und Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu werden. Kirchen,
Verbände, Gewerkschaften und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen sind eingeladen, diesen Tag als sichtbares Zeichen für demokratisches und solidarisches Miteinander zu gestalten. Eine Übersicht über die vielfältigen Möglichkeiten finden Sie auf www.ehrentag.de.