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„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Diese Kernaussage des Grundgesetzes steht für die Arbeit von „Kirche stärkt Demokratie“. „Kirche stärkt Demokratie“ bietet seit 2011 qualifizierte Fortbildungen und Beratungen für Ehren- und Hauptamtliche. Unsere Angebote befähigen Menschen aus Kirchengemeinden in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindlichen Einstellungen. Darüber hinaus beraten wir Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden im Umgang mit menschenfeindlichen Haltungen, geben Anregungen für die Umsetzung lokaler Dialoge und die Öffnung von Kirchengemeinden zu anderen Akteuren im Ort.

Aktuelles & Bilder

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14.01.2021

Bischof Tilman Jeremias fordert: Demokratie schützen!

Zu den aktuellen Ereignissen in den USA sagt Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche:

Kalt läuft es mir den Rücken herunter. Solche Bilder haben hohe Symbolkraft. Am Rande einer „Querdenken“- Demo stürmen Menschen auf die Treppen des Reichstags und bringen nur eine Botschaft: Die parlamentarische Demokratie taugt nichts! In der dunklen Nacht des 6. Januar kommt es in Washington noch viel schlimmer; der rechte Mob dringt in das Kapitol ein, bedroht Abgeordnete, verwüstet Büros. Die Staatsmacht scheint in die Knie zu gehen vor Menschen, die deren gewählter Präsident zu Hass und Gewalt aufgestachelt hat.

Ausgerechnet am 6. Januar, dem Epiphaniasfest bei uns und dem Weihnachtsfest der östlichen Kirche! Epiphanias hat das Licht Gottes zum Thema, das das Dunkel der Erde vertreibt. Und die Geburt eines himmlischen Königs, der so ganz anders regiert als weltliche Machthaber.

Ich bin überzeugt, dass Leben in solchem Licht heute auch heißt: Wir schützen unsere Demokratie. Wir stellen uns vor diejenigen, die wir gewählt haben, damit sie für unser Land, unseren Kreis, unsere Kommune Verantwortung übernehmen. Wir setzen uns für die Würde aller Menschen ein, für unseren Rechtsstaat, die Grundrechte, die Gewaltenteilung. Wir lassen nicht zu, dass Verschwörungserzählungen und Aufrufe zu Hass und Ausgrenzung die Oberhand gewinnen. Wir bilden einen unsichtbaren Schutzring um den Reichstag und all die anderen demokratischen Institutionen und zeigen: Sie sind uns trotz aller möglichen politischen Fehler wertvoll und Basis unserer offenen Gesellschaft. 

Quelle: kirche-mv.de

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04.01.2021

Neu: Broschüre „Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum“

Es ist endlich soweit: Die BAGKR-Broschüre „Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum“ ist überarbeitet und aktualisiert und kann ab sofort bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Für die Überarbeitung wurden vor allem die Beiträge über Rechtspopulismus sowie die sogenannte „Neue Rechte“ auf den neuesten Stand gebracht und um aktuelle Themen, Strategien und Erzählungen ergänzt. Die Neuauflage thematisiert zudem die zentralen Aufgaben und Möglichkeiten der Kirchen im Umgang mit Rechtspopulismus und blickt dabei im Besonderen auf die Gemeinden selbst. Die jahrelangen Erfahrungen und Tipps aus der Beratungs- und Gemeindespraxis, mit denen die Broschüre abschließt, helfen darüber hinaus, die eigene Haltung und Handlungsfähigkeit zu stärken.

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04.01.2021

Bischof ruft zur Barmherzigkeit auf

von Bischof Tilmann Jeremias, Greifswald

Was hilft zu Beginn des Jahres 2021? Barmherzigkeit ist ein etwas altertümliches Wort, aber es beschreibt exakt, worauf es gerade ankommt: ein weites, warmes Herz.

"Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist", predigt Jesus auf dem Feld seinen Anhängerinnen und Freunden (Lukas 6). Dieser Satz steht als Jahreslosung für viele Christinnen und Christen über dem kommenden Jahr. Ein großes Herz dürfen wir erst einmal uns selbst gegenüber haben: Hinter uns allen liegen extrem belastende und herausfordernde Monate. Lockdown, Homeoffice, Homeschooling, Leben im Ausnahmezustand. Da ist es das Normalste von der Welt, wenn im Privaten wie im Beruflichen nicht alles reibungslos läuft. Barmherzigkeit mit sich selbst heißt, sich Pausen zu gönnen, Regeneration, Entlastung.

Dann aber auch der Blick auf die Nachbarn: die alleinerziehende Mutter oder der Senior, dessen Frau vor kurzem gestorben ist, die Familie, die ohne die Lebensmittel der Tafel nicht über die Runden kommt.

Jesus selbst hat nicht nur von Barmherzigkeit gesprochen. Wo immer er hinkam, hatte er die Mühseligen und Beladenen im Blick, aß mit den Außenseitern und Kriminellen, sprach mit Prostituierten, heilte die Kranken.

Sein Wort der Jahreslosung legt nahe, dass wir alle selbst von Barmherzigkeit leben. Die Bibel betont es immer wieder: Wir müssen unser Herz nicht in eigener Anstrengung wärmen. Wir leben von der Güte Gottes, jeden Tag neu. Sie hat uns ins Leben gerufen und hüllt uns ein, gerade in diesen Zeiten. Es ist an uns, diese erfahrene Wärme in unserem Leben aufzuspüren und mit anderen zu teilen. In diesem Sinne Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr!



Tilman Jeremias ist Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche

Quelle: http://www.kirche-mv.de

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17.12.2020

Gesegnete Weihnachten und ein gesundes, neues Jahr!

Das Team von "Kirche stärkt Demokratie" wünscht Ihnen

Frohe Weihnachten und ein gutes, friedliches neues Jahr 

С Рождеством и счастливым мирным Новым Годом 

Merry Christmas and a Happy, Peaceful New Year  

Buon Natale e un anno nuovo felice e pacifico 

Joyeux Noël et une nouvelle année heureuse et paisible 

Wesołych Świąt i szczęśliwego, spokojnego Nowego Roku 

Mutlu Noeller ve mutlu, huzurlu bir yılbaşı 

З Різдвом Христовим і щасливим, мирним Новим Роком  

کریسمس مبارک و   سال نو خوشحال و صلح آمیز 

عيد ميلاد سعيد وسنة جديدة سلمية 

ሩሑስ ባዓል ክሪስማስን ሓድሽ ዓመትን ሰላምን ይግበረልና    

Chúng tôi chúc mừng Giáng sinh vui vẻ và một năm mới hạnh phúc, yên bình  

Waxaan rabnaa Annagoo ku faraxsanahay farxad, nabad ah

Καλά Χριστούγεννα και ένα χαρούμενο, ειρηνικό νέο        

圣诞快乐,新年快乐 

חג שמח ושנה טובה ומבורכת 

Ĝojan Kristnaskon kaj        

Feliĉan Novan Jaron 


Wir sind ab dem 4. Januar 2021 wieder online. Bleiben Sie behütet!

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25.11.2020

"Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt braucht verlässliche Finanzierung"

Heute berät der Kabinettsausschuss Rechtsextremismus- und Rassismusbekämpfung der Bundesregierung Dazu erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Der Kampf gegen rassistische Diskriminierung und Rechtsextremismus muss endlich als eine gesellschaftspolitische Daueraufgabe verstanden werden. Zwar ist zu begrüßen, dass die Mittel für Demokratieprojekte ab 2021 erhöht werden sollen.
Das allein reicht aber nicht aus. Denn um unsere Demokratie dauerhaft zu stärken, benötigen diese Projekte verlässliche Finanzierungs-Strukturen. Wir brauchen nun dringend ein Demokratiefördergesetz, das die Koalition noch vor der Bundestagswahl im Herbst 2021 auf den Weg bringen muss. Außerdem sollten die zusätzlichen Gelder für Demokratieprojekte keinesfalls zu Kürzungen etwa im Bereich Integration für Teilhabe und Zusammenhalt in der Einwanderungsgesellschaft führen. 

Die Stärkung unserer Demokratie und der Kampf gegen rechte Gewalt und Rassismus sind elementar für das Zusammenleben in unserer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft. Schwarze Menschen, Muslime, Juden sowie Sinti und Roma erleben täglich Ausgrenzung und Diskriminierung und sogar Gewalt. Dagegen aufzustehen, ist eine Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten. Tabus darf es dabei nicht geben - erst recht nicht bei staatlichen Behörden mit hoheitlichen Aufgaben wie der Polizei. Der Kabinettsausschuss muss deshalb auch den Weg frei machen für eine kritische Bestandsaufnahme bei den Sicherheitsbehörden."

Die Diakonie führt unter dem Titel "Demokratie gewinnt!" in mehreren Landes- und Fachverbänden Projekte zur Demokratieförderung und zur Prävention von Rassismus und Rechtsextremismus durch. Über das Förderprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Innenministeriums werden vor Ort Fachkräfte und freiwillig Engagierte als "Demokratieberater*innen" ausgebildet und über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeinwesenorientierte Projekte für den Zusammenhalt in der Einwanderungsgesellschaft gefördert.

Weitere Informationen:

www.diakonie.de/vielfalt-gestalten

Demokratie gewinnt - Infoportal - Diakonie Deutschland Handreichungen zum Umgang mit Rechtspopulismus - Infoportal - Diakonie Deutschland


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23.11.2020

„Allein ein Akt der Befreiung kann die Dummheit überwinden!“

Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ debattierte online, wie Kirche der gesellschaftlichen Spaltung begegnen kann

 Geplant war das jährlich stattfindende Forum der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ (BAGK+R) Ende November in Ostritz. Die kleine Stadt in Ostsachsen ist seit Jahren mit rechtsextremen Konzerten und Kampfsportveranstaltungen konfrontiert und setzt sich mit vielen Aktivitäten damit auseinander. Bürgermeisterin Marion Prange und andere Engagierte berichteten in einer Talkrunde am ersten Abend eindrucksvoll, wie sie über alle Unterschiede hinweg ein breites Bündnis gegen die nazistischen Festivals auf die Beine gestellt haben und ein Friedensfest organisieren.

Die BAGK+R, die in diesem Jahr auch ihr zehnjähriges Jubiläum in den digitalen Raum verlagern musste, bot auf ihrem jährlichen Forum „Fürchtet euch nicht!“ ausreichend Stoff für Diskussionen und Austausch. Zum Beispiel mit der Frage, welche Impulse Dietrich Bonhoeffer in der aktuellen Debatte um Rassismus und Populismus liefern kann. Katharina von Kellenbach, die als Professorin am St. Marys College in Maryland/ USA, die gesellschaftliche Risse vor Ort erlebt, verwies auf Bonhoeffers Analyse, der Dummheit als eine Begleiterscheinung gesellschaftlicher Verhältnisse beschrieb und in der Erkenntnis von eigener Schuld einen Akt der Befreiung von dieser Dummheit sah. Sie forderte die Kirchen auf, aus ihrer Blase herauszukommen und die eigene Identität kritisch zu prüfen. Kellenbachs inspirierender Aufschlag begleitete die weiteren Diskussionen und Impulse. Diese widmeten sich der Frage, wie Kirchen und Gemeinden mit Menschen umgehen, die Ängste instrumentalisieren und die in der aktuellen Krise Hass säen und mit Umsturzfantasien mobilisieren. Aus eigener Erfahrung berichteten die ZEIT-Journalistin Özlem Topçu und Ali Can von der „Hotline für besorgte Bürger“, wie enthemmt und hasserfüllt Menschen ihre Meinungen äußern, ohne darüber nachzudenken, was sie damit bei den Empfängern auslösen. Beide plädierten für gegenseitiges Zuhören, allerdings nicht um jeden Preis. Dialog sei auch immer Streit, der ins Nachdenken führen muss.

In einem der sieben Workshops forderte der Kulturbeauftragte der EKD Johann Hinrich Claussen eine stärkere Auseinandersetzung mit der „Völkischen Theologie“ der sogenannten „Neuen Rechten“. Versuche, in Anknüpfung an Theologen wie Emmanuel Hirsch eine antiliberale autoritäre Theologie mit neuheidnischen Elementen zu einer rechten „Patchworkreligion“ zu konstruieren, brauchen auch Antworten der Universitäten und Kirchen.

Die theologische Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus bleibt in Zukunft eine Hauptaufgabe der BAGK+R, die sich als ökumenische Arbeitsgemeinschaft versteht und Gemeinden wie Ostritz mit rechtsextremen Herausforderungen nicht alleine lässt.

 (kgo)

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22.09.2020

Schweriner Bündnis unterstützt Demokratiebewegung in Belarus


Ein Koffer für L. 

Schweriner*innen solidarisieren sich mit der Demokratiebewegung in Belarus

Seit Wochen gehen mutige Menschen in Belarus auf die Straße und demonstrieren friedlich gegen die massive Wahlfälschung in ihrem Land. Der bisherige Präsident Alexander Lukaschenko klammert sich unter Zuhilfenahme massiver Gewaltanwendung an seine Macht.  

Mit einer symbolischen Aktion möchte das “Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin“ zusammen mit weiteren Organisationen, Vereinen, Einrichtungen und Privatpersonen aus Mecklenburg-Vorpommern die für ihre freiheitlichen Rechte auf die Straße gehenden Menschen in Belarus unterstützen.  

Gerade vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte hoffen wir auf einen friedlichen Wandel. Wir schauen mit Respekt und Hochachtung auf die mutigen Menschen in Belarus. Gleichzeitig übernehmen wir Verantwortung, indem wir nicht zu den von Alexander Lukaschenko verantworteten Menschenrechtsverletzungen in Belarus schweigen.   

Am 29. September um 11.00 Uhr werden wir deswegen in Schwerin per Post einen Reisekoffer verschicken. Das Paket geht persönlich an den abgewählten Präsidenten Alexander Lukaschenko in Minsk. Unser Koffer steht für das, was nach den massiven Wahlfälschungen viele Menschen in Belarus und auch weltweit über Lukaschenko denken: "Nimm Deinen Koffer! Packe deine Sachen! Verschwinde aus dem Präsidentenpalast!"

(Возьми чемодан! Собирайте вещи! Выходи из президентского дворца!             

Рыхтуй чамадан! Збірай рэчы! Знікні з прэзідэнцкага палаца!) 

Dieser symbolische Koffer ist eine dringende Aufforderung der Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern an Alexander Lukaschenko und seine Mitverantwortlichen:  

Packt eure Sachen, räumt die Plätze und stoppt die Gewalt, damit so eine demokratische Veränderung in Belarus möglich wird! 

 

Weitere Informationen zur Aktion gibt es hier:     

www.facebook.com/Nimmdeinenkoffer

Diese Aktion wird vom  „Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin“ unterstützt 

 Weitere Namen von Organisationen und Privatpersonen folgen.  

Möchten Sie diese Aktion als Privatperson oder als Verein / Organisation unterstützen?

Bitte melden Sie sich per E-Mail (mit Vornamen + Nachnamen und wenn Sie möchten Beruf) hier: koffer-belarus@web.de    Haben Sie sich eintragen führen wir Sie in einer fortlaufend aktualisierten Unterstützerliste auf unserer Facebook-Seite auf. 


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22.09.2020

Online-Forum "SPRACHE.MACHT.KRISE" auf Youtube

Sprache. Macht. Krise“- unter diesem Titel fand am 25. August 2020 das Online - Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden statt. Unter dem Link https://youtu.be/rUbnLLflm7I  können Sie das Gespräch aus der Tagungsreihe „Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ über Pandemie und Poesie, über Luther und Grundrechte vom 25. August 2020 nachhören.

Im Gespräch zwischen Prof. Dr. Marina Münkler, Literaturwissenschaftlerin an der Technischen Universität Dresden, und Pastor Klaus Dieter Kaiser, Direktor der Evangelischen Akademie der Nordkirche, ging es um Kommunikation, auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Wie kann das gegenseitige Verstehen zwischen der Wissenschaft, die Theorien und Hypothesen zur Diskussion stellt, zwischen der Politik, die Entscheidungen treffen muss, und zwischen Religion und Weltanschauungen gelingen?

 „Verschwörungsnarrative lassen sich nur eindämmen durch die Einübung einer Ungewissheitstoleranz und durch Gesprächsbereitschaft“, ist Marina Münkler überzeugt. Und Klaus Dieter Kaiser ergänzt, dass Verschwörungsnarrative pluralismusunfähig sind, weil sie in der Kommunikation immer eine eindeutige Kausalität feststellen.

Die Grenzen von Freiheit und Selbstbestimmung müssen immer aufs Neue ausgehandelt werden denn es gibt keine grundsätzlich positiven Worte. „Nicht mal die Liebe ist ein Wort, das keine Rückseite hat. Denn die Liebe kann sehr viel mit Selbstermächtigung und Machtausüben über Menschen zu tun haben.“, so Marina Münkler. Und Klaus Dieter Kaiser fügt hinzu: „Egal, welche Entscheidungen wir treffen, wir haben immer mit Ambivalenzen zu tun.“ Daher, hier sind sich beide Gesprächspartner einig, müssen wir uns auf Ungewissheiten einstellen und in der Auseinandersetzung bleiben.


Für 2021 planen wir ein anloges Forum "Kirche und Rechtsextremismus im Norden". es soll vom 25. bis 26. August 2021 in Güstrow stattfinden.

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09.07.2020

Sommerzeit

Auch in diesem Jahr wird der Sommer stattfinden. Aber er wird für viele von uns anders als gedacht. Eine Verschnaufpause können wir alle gut gebrauchen!

Das Team von "Kirche stärkt Demokratie" gönnt sich eine kleine Auszeit und ist ab August wieder für Sie da.

Damit Ihnen und uns die Zeit nicht lang wird, haben wir mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung einige Anregungen zusammengestellt:

  • Ein aktuelles Projekt, u.a. getragen von arte, fordert "Es wird Zeit!“ und will wissen: „Wie sah die Welt vor uns aus, wie wird die Welt nach uns aussehen? Und was möchtet ihr dazwischen gestalten?“ Auch unsere Projekte werden ganz direkt oder mittelbar immer wieder vor die Frage gestellt werden: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben? (Und wie kommen wir da hin…?)“  Mehr als 230.000 Menschen haben bereits mitgemacht…  Interessant ist dabei die länderspezifische Auswertungsstatistik. Also einfach mal ausprobieren!  

  • Neuer Podcast: "Rechtsextreme Rückzugsräume" – Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung zu Reichsbürgern, völkischen Siedlern, Imageboards und Co.  Die bpb hat einen Podcast zu "Rechtsextremen Rückzugsräumen" veröffentlicht, der in zwölf Folgen unterschiedliche Absetzungstendenzen in einzelnen Teilen der Szene, etwa unter Reichsbürgern, völkischen Siedlern, rechtsextremen Preppern oder im digitalen Raum beleuchtet. Völkische Siedler kaufen alte Bauernhöfe und wollen "naturverbunden" leben während Reichsbürger die Legitimität der Bundesrepublik anzweifeln und ihre Staatsbürgerschaft aufkündigen. Gleichzeitig bereiten sich rechtsextreme "Prepper" schon heute auf die Apokalypse von morgen vor und im Netz finden sich Gleichgesinnte in Foren zusammen, um gemeinsam Hass zu säen. Der Podcast ist sowohl auf www.bpb.de/podcastrex2020 als auch Spotify kostenlos verfügbar.

  •    Buchtipp: "Die Umdeutung der Demokratie – Politische Partizipation in Ost- und Westdeutschland"   

Demokratie lebt von Partizipation.    Doch wie steht es um die politische Beteiligung hierzulande? Das Buch fragt nach den Ausmaßen, den Motiven, den Unterschieden und den Veränderungstrends politischer Partizipation in Ost- und Westdeutschland und formuliert Anforderungen an gelingende Partizipation. Hier bestellbar:      

  • Abdelkratie – Neue Folgen

Abdelkarim heißt Sie herzlich willkommen in der Abdelkratie! „Deutsche Demokratie so abfeiern, als wär's die Demokratie eines Landes, das ich sehr geil finde? Kein Problem." Gut zum selbst anschauen und Schmunzeln oder zum Weiterverteilen im eigenen Projekt.    Ob „Meinungsfreiheit“ oder „Volk“, Abdelkarim klärt auf – in unter acht Minuten.
 

  • Digital Social Summit 2020 Mitschnitte 

Die Mitschnitte des diesjährigen „Community-Treffens“ sind jetzt frei zugänglich und kostenfrei auf der Konferenzseite abrufbar. Alle, die an den Veranstaltungstagen einen Beitrag verpasst haben sollten oder eine Session noch einmal ansehen möchten, können jetzt die 16 Sessions, die Keynotes von Valerie Mocker und Marina Weisband, eine Vielzahl an Interviews, 11 Short bites sowie den Podcast nachträglich anschauen. Dabei geht es nicht nur um Themen wie die Stärkung der Zivilgesellschaft oder    „Digitales Leben auf dem Land“, sondern auch um das Online-Veranstaltungsformat an sich und    Sessions zu „Erste Hilfe – Online Moderation“. Schaut einfach mal rein.  

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09.07.2020

Tiefe Traurigkeit für einen großen Versöhner. Zum Tod von Landerabbiner William Wolff

Jedes Jahr im November kam er nach Schwerin. Klein aber nicht unscheinbar, immer freundlich mit großem schwarzem Hut, meistens mit einer Plastiktasche in der Hand und mindestens einer Zeitung unter dem Arm. Hut, Tasche und Zeitung standen exemplarisch für das Leben von William Wolff, der 93-jährig am 8. Juli 2020 in London gestorben ist. 

Dem langjährigen Landesrabbiner für Mecklenburg-Vorpommern war, im Gegesatz zu vielen jüdischen Mitbürger*innen rechtzeitig die Flucht aus Deutschland der 1930-iger Jahre geglückt. Rechtzeitig war er mit seinen Eltern aus Nazideutschland über Amsterdam nach London emigriert. In England fand er eine neue Heimat, wurde Journalist und fand erst spät zur Theologie. Er war ein Wortoptimist, immer auf Versöhnung und Verständigung ausgerichtet war. Seine Ansprachen auf den Gedenkstunden für das Novemberprogrom von 1938 oder auf der Demenstration 2016 in Demmin waren getragen von der Hoffnung auf ein solidarisches und tolerantes Zusammenleben. Bevor er Kritik äußerte suchte er das Positive, das Konstruktive, das Verbindende, nicht das Trennende.

Zugleich war er auch ein Mann zwischen den Welten. Ständig auf Reisen, zwischen London, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Er brachte ein bisschen britischen Flair und Humor in das beschauliche Schwerin. Der Film "Rabbi Wolff", der auch diesem Jahr in der Reihe "Starke Stücke" zu sehen ist, zeigt sehr eindrucksvoll, dass er auch ein Mann von Welt war, der die Welt liebte und wußte, das Leben zu genießen. Der auf der Pferderennbahn genauso zu Hause war wie in der Synagoge.

Am Freitag, 10. Juli wird es um 15 Uhr auf dem Schweriner Schlachtermarkt eine Trauerfeier geben.

Wir werden William Wolff sehr vermissen, seinen Humor, seine Weisheit, seine Zugewandtheit. Shalom!

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