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16.05.2019

Aufruf zur Europawahl: „ Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)

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Liebe Schwestern und Brüder,
herzlich grüßen wir Sie in der Verbundenheit des Glaubens!


Als Christinnen und Christen versuchen wir schon seit vielen Jahrzehnten, den ökumenischen Gedanken der „Einheit in Vielfalt“ in dieser Welt mit Leben zu füllen. So haben die europäischen Kirchen ein gutes Jahrzehnt nach dem Fall der Berliner Mauer ein starkes Zeichen der Verbundenheit gesetzt. In der Charta Oecumenica bezeugten sie ihren Willen, „mit dem Evangelium für die Würde der menschlichen Person als Gottes Ebenbild einzutreten und als Kirchen gemeinsam dazu beizutragen, Völker und Kulturen zu versöhnen“. Die Bedeutung dieser Aufgabe ist in den letzten Jahren offensichtlich noch erheblich höher anzusetzen.
Der Gedanke der Versöhnung war nach den Schrecken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lange Zeit eine unbestrittene Stärke der europäischen Idee. Umso mehr beobachten wir den zunehmenden Nationalismus und die Europa-Feindlichkeit populistischer Parteien mit großer Sorge.

Die Europäische Union braucht fraglos ebenso konstruktive wie kritische Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter. Und sie ist darauf angewiesen, dass Menschen die europäische Idee mit Leben füllen, einander begegnen und tragfähige Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit suchen.
Als Christinnen und Christen sind wir dazu aufgerufen, die Politik auch auf der Ebene der Europäischen Union in Achtung vor der Würde eines jeden Menschen mitzugestalten. Wir tun dies im Bewusstsein unserer ökumenischen Verbundenheit mit Christenmenschen jenseits aller politischer Grenzen.

„ Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)

Wir können dazu beitragen, dass Versöhnung in unserer Zeit möglich wird, indem wir auch den
offenen und kritischen Dialog mit denen suchen, die kein Zutrauen in die europäische Idee haben.
Und wir werden die ökumenische Verbundenheit mit unseren Geschwistern in Großbritannien noch
verstärkt pflegen, wenn der sich abzeichnende Austritt aus der EU Wirklichkeit werden sollte.
Darum rufen wir gemeinsam dazu auf:
Geben Sie Europa Ihre Stimme! Nutzen Sie am 26. Mai 2019 Ihr Wahlrecht
und stärken Sie die demokratischen und auf Verständigung ausgerichteten Kräfte!
Die Charta Oecumenica endet mit dem Hinweis auf den Grund, der uns trägt: „Jesus Christus ist als
Herr der einen Kirche unsere größte Hoffnung auf Versöhnung und Frieden. In seinem Namen wollen
wir den gemeinsamen Weg in Europa weitergehen. Wir bitten Gott um den Beistand seines Heiligen
Geistes.“
Seinen Segen erbitten auch wir.
In Verbundenheit

Martin Haasler, ACK Schleswig-Holstein
Uwe Onnen, ACK Hamburg
Matthias Tuve, ACK Mecklenburg-Vorpommern

Dr. Hans-Jürgen Abromeit Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern
Horst Eberlein, Weihbischof, Erzbistum Hamburg
Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck
Dr. Stefan Heße, Erzbischof, Erzbistum Hamburg
Dr. Heiner Koch, Erzbischof, Erzbistum Berlin
Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Nordkirche
Gothart Magaard,Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein
Wulf Schünemann, Propst, Ständiger bischöflicher Stellvertreter
im Sprengel Mecklenburg und Pommern

12.05.2019

6. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“

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„Es muss auch mal Schluss sein!?“
Geschichtspolitik und Identitätskonstruktionen durch Kirche.

6. Forum "Kirche und Rechtsextremismus im Norden" tagt vom 25. -26. Juni 2019 in Lübeck

Der Umgang mit und die Interpretation von Geschichte haben immer Auswirkungen auf Kirche und Theologie. Das 6. Forum “Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ widmet sich der aktuellen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit in den Kirchen mit ihren vielen Orten des Erinnerns. „Es muss auch mal Schluss sein“ – unter dieser Überschrift steht das 6. Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden in Lübeck. Am 25. und 26. Juni 2019 geht es in der Gedenkstätte Lutherkirche um Geschichtspolitik und Identitätskonstruktionen durch Kirche. Anmeldungen sind bis zum 10. Juni 2019 möglich.


Zwei Tage Vorträge, Diskussionen und Workshops

Prof. Dr. Tim Lorentzen vom Institut für Neuere Kirchengeschichte der Christian-Albrecht-Universität Kiel, und Dr. Antje Heling-Grewolls, Referentin für Kunst-und Kulturgut in der Nordkirche inSchwerin gestalten den ersten Tag des Forums mit ihren Vorträgen „Christliche Erinnerungspolitik und -kultur aus theologischer Perspektive“ und „Wie gehen wir in der Nordkirche mit unseren Gedenkorten um?“

„Bildungsorte als geschichtspolitische Akteure? Zur Rolle von Gedenkstätten in der deutschen Erinnerungskultur - Selbstverständnisse, Zuschreibungen und aktuelle Spannungsfelder“ lautet die Überschrift des Vortrags mit anschließender Diskussion von Dr. Harald Schmid,  Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten (Rendsburg), am Mittwoch, 26. Juni 2019. Der Tag wird durch die Aufführung des Films "Die Blumen von gestern", der sich ironisch mit der Geschichtsaufarbeitung beschäftigt, um 19.00 Uhr abgerundet.

Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit in den Kirchen

Der zweite Tag ist den Workshops vorbehalten. In vielen Kirchen und auf Friedhöfen befinden sich Denkmäler und Gedenktafeln, heißt es im Veranstaltungsflyer. Der Umgang damit sei sehr vielfältig und manchmal umstritten. Ebenso verhielte es sich mit der Gestaltung von Gedenktagen.
Das Verhältnis zu Erinnerungsorten und Gedenktagen sei Ausdruck des historischen Bewusstseins und spiegele sich in gegenwärtigen politischen Vorgängen und Debatten wieder. Die aktuellen Auseinandersetzungen um die Bewertung der NS-Diktatur, der Streit um die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit oder die Einordnung der Novemberrevolution von 1918 zeigten, dass die Deutung geschichtlicher Ereignisse auch eine politische Positionierung sei.

6. Forum "Kirche und Rechtsextremismus" beschäftig sich mit vielen Fragen:

  •      Welche Geschichte und Deutungsmuster finden sich in kirchlicher Erinnerungskultur wieder?
  •      Wie gestalten wir Orte der Erinnerung und des Gedenkens?
  •      Wie verhält sich Kirche zur säkularen Gedenkkultur in unserem Umfeld?
  •      Welche Verknüpfungen zu aktuellen Fragen stellen wir her?
  •      Wie kann eine zeitgemäße christliche Erinnerungskultur gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und (Rechts-) Populismus wirksam werden?

Als Workshopleitende sind Dr. Harald Schmid, Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, Dr. Stephan Linck, Studienleiter für Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur, Evangelische Akademie der Nordkirche, Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Projektleiterin der Gedenkstätte Lutherkirche Lübeck  sowie Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn-und Gedenkstätten Wöbbelin, dabei.
 

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf eine interessante Tagung an einem denkwürdigen Ort.

Zeit: 25. bis 26. Juni 2019
Ort: Lutherkirche Lübeck / Wyndham Hotel Aquamarin Lübeck
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.

Veranstalter*innen: Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“:
Evangelische Akademie der Nordkirche mit ihren Regionalzentren für demokratische Kultur; Kirche stärkt Demokratie“ im Sprengel Mecklenburg-Pommern; Beauftragter Kirche und Rechtsextremismus im Ev.-Luth. Kirchenkreis  Lübeck-Lauenburg; Arbeitsstelle Ökumene- Menschenrechte-Flucht- Friedensbildung der Nordkirche; Gedenkstätte Lutherkirche Lübeck

Mit Unterstützung der Nordkirche, des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und des Europäischen Sozialfonds (ESF)

 

Zur Anmeldung

02.04.2019

Mittelmeer: Über 250 Organisationen fordern Angela Merkel zum Handeln auf

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Offener Brief mit drei konkreten Forderungen aus der Zivilgesellschaft


Angesichts des Sterbens auf dem Mittelmeer und der katastrophalen Lage in Libyen wenden sich mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin. PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, Sea-Watch, Seebrücke, Diakonie, Caritas, Brot für die Welt, Misereor, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die vielen weiteren unterzeichnenden Organisationen kritisieren: »Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt – und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar.«
Eine völkerrechtsbasierte Seenotrettung auf dem Mittelmeer muss sichergestellt werden. Die EU hat sich verpflichtet, Schutzsuchenden Zugang zu einem fairen Asylverfahren zu gewähren. Es ist ein Skandal, dass zivile Helfer*innen kriminalisiert werden, die der unterlassenen Hilfeleistung der europäischen Staaten nicht weiter zusehen wollen.
Das Bündnis, darunter Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, Seenotrettungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und Jugendverbände, fordert eine Neuausrichtung der deutschen und europäischen Politik:
1. Notfallplan für Bootsflüchtlinge: Aufnahmebereite Mitgliedsstaaten müssen in einem geordneten Verfahren aus Seenot gerettete und in EU-Mittelmeeranrainerstaaten gestrandete Schutzsuchende solidarisch aufnehmen. Der Europäische Flüchtlingsrat hat dazu einen praktikablen Vorschlag ausgearbeitet, der im Rahmen des geltenden Europarechts sofort zur Anwendung kommen kann.
2. »Sichere Häfen« ermöglichen: Viele deutsche Städte und Kommunen haben sich bereiterklärt, Geflüchtete aufzunehmen. Für sie muss eine Möglichkeit geschaffen werden, freiwillig zusätzliche Schutzsuchende aufzunehmen.
3. Keine Rückführung nach Libyen: Nach Libyen zurückgebrachte Flüchtlinge sind systematisch Folter, Versklavung und Gewalt ausgesetzt. Jede Unterstützung und Ausbildung der sogenannten libyschen Küstenwache muss eingestellt werden. Die EU und Deutschland müssen das Non-Refoulement-Gebot als zwingendes Völkerrecht achten und umsetzen.
Die aktuelle Politik muss beendet werden, denn sie bedroht nicht nur das Leben von Menschen, sie setzt auch unsere eigene Humanität und unsere Werte aufs Spiel.