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„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Diese Kernaussage des Grundgesetzes steht für die Arbeit von „Kirche stärkt Demokratie“. „Kirche stärkt Demokratie“ bietet seit 2011 qualifizierte Fortbildungen und Beratungen für Ehren- und Hauptamtliche. Unsere Angebote befähigen Menschen aus Kirchengemeinden in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindlichen Einstellungen. Darüber hinaus beraten wir Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden im Umgang mit menschenfeindlichen Haltungen, geben Anregungen für die Umsetzung lokaler Dialoge und die Öffnung von Kirchengemeinden zu anderen Akteuren im Ort.

Aktuelles & Bilder

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04.01.2022

Sieben goldene Regeln, wie wir über Corona diskutieren sollten

 von Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland

1. Wir reden nicht übereinander als „die Geimpften“ und „die Ungeimpften“, sondern wertschätzend als Menschen mit Menschen – gerade auch dann, wenn wir anderer Meinung sind. 

Das ist ein Gebot der Feindesliebe, die in der oder dem anderen immer mehr sieht als den Träger einer Eigenschaft.

2. Jede und jeder muss die Möglichkeit haben, die eigene Meinung gesichtswahrend zu ändern.

Wir befinden uns in einem gemeinsamen Lernprozess und unter hoher Belastung. Wir werden auch nach der Pandemie weiter als Angehörige, Freundinnen, Kollegen miteinander umgehen müssen.

3. Wir gehen von öffentlich geteilten, wissenschaftlichen Erkenntnissen aus.

Ob die Erde rund ist, klärt die Physik, wie wir Viren behandeln können, Medizin und Virologie. Hier gibt es kein weltanschauliches oder religiöses Sonderwissen – im Gegenteil hilft Glaube, wohlbegründeten Erkenntnissen von Fachleuten zu vertrauen.

4. Wissenschaftler-/innen können sich irren, das gehört zum wissenschaftlichen Erkenntnis-Prozess. 

Dies kann aber nur im gemeinsamen, öffentlichen Diskurs aufgrund von überzeugenderen, wissenschaftlichen Argumenten geklärt werden, nicht in abgesonderten Internetforen oder Chatgruppen.

5. Wir respektieren die Menschen, die in der Krise besondere öffentliche Verantwortung tragen.

Die Abwägung von Gesundheitsschutz und Grundrechtseinschränkungen ist oft schwierig und muss öffentlich diskutiert werden. Dazu haben wir Meinungsfreiheit und eine demokratisch funktionierende Gewaltenteilung.

6. Wir widersprechen allen, die andere diffamieren, Ängste schüren oder gar zu Gewalt aufrufen.

Über Ängste und Sorgen müssen wir miteinander reden. Hass und Gewalt beginnen jedoch oft schon bei der Sprache – dafür gibt es keine Rechtfertigung, nicht bei Corona und auch nicht sonst.

7. „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matt 7,12)

Die goldene Regel gewinnt in Pandemie-Zeiten nochmals besondere Bedeutung, auch für die Frage, wie wir uns gegenseitig am besten schützen können.

In seinen theologischen Impulsen schreibt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, über das, was ihn bewegt: sein Leben, seinen Glauben, seine Fragen, seine Hoffnungen. 

Quelle: https://praesesblog.ekir.de/sieben-goldene-regeln-wie-wir-ueber-corona-diskutieren-sollten

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04.01.2022

Europäisches Taizé-Jugendtreffen findet zum Jahreswechsel 2022/2023 in Rostock statt

Das nächste europäische Jugendtreffen der Gemeinschaft von Taizé wird in Rostock und Umgebung stattfinden. 

Frère (Bruder) Alois steht als Prior der Ordensgemeinschaft vor. Über die Region Rostock als Austragungsort des europäischen Jugendtreffens zum Jahreswechsel 2022/2023 sagt er: „Wir freuen uns, dass die Einwohnerinnen und Einwohner von Rostock und Umgebung Jugendlichen aus ganz Europa begegnen können. In aller Unterschiedlichkeit können wir zusammen in der Kirche und über die Kirche hinaus so ein Zeichen des Vertrauens und des Friedens setzen. Es ist ein Pilgerweg des Vertrauens, der unsere Herzen berühren wird und uns auf dem Weg des Friedens weiterführen kann.“ Mit Rostock haben die Brüder erstmals bewusst einen Ort gewählt, der keine europäische Metropole ist.

Taizé-Jugendtreffen in Rostock ist ein Geschenk in der Krise 

Auf die Idee, das Jugendtreffen in der Region Rostock stattfinden zu lassen, brachte die Ordensgemeinschaft Albrecht Jax, Pastor in Bad Doberan. Bereits zu DDR-Zeiten hat er die Gesänge aus Taizé schätzen gelernt. „Die Region Rostock ist kirchlich nicht so satt wie etwa Breslau, Turin, Madrid oder Basel – die Orte vergangener Jugendtreffen. Doch genau das haben etliche Brüder als eine Chance erkannt, nämlich dorthin zu gehen, wo nicht alles so ist wie sonst immer.“ Dass die Planungen dafür in die Pandemiezeit fallen, sieht Pastor Jax ebenfalls als Chance: „Es ist auch ein Geschenk, dass in dieser Krise die Brüder aus Taizé hierherkommen. Wir haben nun die schöne Aufgabe, unter diesen Bedingungen ein Treffen zu planen, ohne dass wir wieder absagen.“ Entscheidend sei, nicht nur die Jugendlichen zu sehen, sondern die ganze Region als Gastgeber, unabhängig davon, ob die Menschen kirchlich oder nichtkirchlich seien: „Wir möchten die örtlichen Sportvereine und die Jugendfeuerwehren genauso ins Boot holen wie die Volkssolidarität – von Rostock bis nach Güstrow, Stralsund und Teterow.“

Auch für "Kirche stärkt Demokratie" ist Taize eine Inspirationsquelle. Auf der Bildungsfahrt 2018 lernten die TeilnehmerInnen die Gemeinschaft kennen, führten Gespräche mit den Brüdern und Menschen aus allen Teilen der Welt.

Bischof Jeremias: Treffen ist Riesenchance für Region 

Tilman Jeremias freut sich auf die Jugendlichen aus ganz Europa. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland sagt: „Ich danke den Brüdern von Taizé, dass sie sich für Rostock und Umgebung entschieden haben und damit auch, dieses Treffen erstmals nicht in einer Metropole stattfinden zu lassen. Es ist eine Riesenchance für uns, in unserer Region Tausende Jugendliche aus ganz Europa empfangen zu dürfen, und zwar Jugendliche, die kommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und zu schweigen. Wir als Nordkirche wollen das kommende Jahr nutzen, um noch mehr als sonst die Gesänge von Taizé zu singen, Taizéandachten zu feiern und uns innerlich auf dieses große Fest vorzubereiten – ein Treffen, das geistlichen Charakter hat.“

 Neben den geistlichen Impulsen und der internationalen Begegnung ist auch das Kennenlernen der kirchlichen Situation der Gastregion sowie der Gastfamilien ein Ziel des Treffens. Isabell Fedtke (19), Vorsitzende des Vorstandes der Katholischen Jugend Mecklenburg (KJM) dazu: „Viele Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern sind schon bei den Brüdern im französischen Taizé gewesen und haben deren Gastfreundschaft erlebt. Jetzt kommt Taizé zu uns und somit eine große Chance, dass mehr junge Menschen auch über das Treffen hinaus den Weg zu uns finden, weil sie durch die Taizé-Atmosphäre einen Zugang zum Religiösen bekommen oder durch den Austausch mit anderen Ideen finden, mit denen sie das Jugendleben in den Kirchengemeinden bereichern können.“

Stichwort Taizé

Taizé ist ein kleiner Ort nahe dem ostfranzösischen Cluny und Sitz einer geistlichen Gemeinschaft, die Jugendliche aus aller Welt besuchen, um gemeinsam zu beten, zu schweigen und ins Gespräch zu kommen. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1949 von Roger Schutz, der 2005 nach dem Messerangriff einer psychisch verwirrten Frau starb.

Seit 1978 lädt die Bruderschaft immer zur Jahreswende zu Europäischen Jugendtreffen ein, zu denen zwischen 15.000 und 100.000 junge Leute kommen. Im Mittelpunkt der Treffen stehen Gesänge, Gebete, Meditationen und Gottesdienste.

 

Website der Gemeinschaft: www.taize.fr

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14.12.2021

Bautzener Erklärung stellt sich quer zu CoronaleugnerInnen

Von Bautzen aus, wo sich wöchentlich CoronaleugnerInnen und ImpfskeptikerInnen ohne Abstand und Maske versammeln, hat die Bürgerinitiative "Bautzen gemeinsam" die  „Bautzener Erklärung“ gegen die Corona-Proteste veröffentlicht. Etwa 80 ErstunterzeichnerInnen fordern darin, dass ihre Stadt nicht länger Aufmarschplatz für Rechtsextreme und Corona-LeugnerInnen ist.  Zu den ErstunterzeichnerInnen gehören KünstlerInnen wie die Musikgruppe „Silbermond“ und der Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters, Lutz Hillmann, sowie LehrerInnen, PolitikerInnen und KirchenvertreterInnen. Auch Menschen in anderen Städten wollen die Proteste nicht mehr unwidersprochen hinnehmen. In der Oberlausitz haben sich mehrere Bündnisse gebildet. 

Am Montagabend waren in Bautzen und vielen anderen Orten Menschen gegen die Corona-Regeln auf die Straße gegangen. Zu den meist nicht genehmigten Kundgebungen versammelten sich Tausende, u.a. Schwerin, Rostock oder Plau.  Zum Teil kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen, bei denen PolizistInnen verletzt wurden.

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22.09.2021

FEST DER VIELFALT & LETsDOK „Ein Zeichen gegen Rechtsextremismus“ auf Schloss Ulrichshusen/ Mecklenburg-Vorpommern

Das „Fest der Vielfalt“ und die Dokumentarfilmtage LETsDOK vergangenen Sonntag auf Schloss
Ulrichshusen waren ein voller Erfolg. Alle sechs Filmvorführungen mit anschließenden
Filmgesprächen waren sehr gut besucht. Die Zuschauer saßen großzügig verteilt in der
Konzertscheune und sogar Hunde durften sich im Publikum aufhalten.
Als Schirmherrin begrüßte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Zuschauer per
Videobotschaft und hob die Bedeutung von DokumentarfilmerInnen hervor, die einen kritschen
Blick auf die Wirklichkeit werfen, die zeigen was sei und nichts erfinden. Sie hob hervor, dass in
Ulrichshusen die Gefahr des Rechtsextremismus im Mittelpunkt des Programms stehe und
dankte allen Beteiligten für ihr Engagement, vor allem der Jugend-Filminitiative „Klappe auf!“,
die sich mit ihren Kurzfilmen gegen Rassissmus starkmache und zwei davon bei LETsDOK auf
Schloss Ulrichshusen präsentierte.

Vor der Festspielscheune fand tagsüber auf dem „Fest der Vielfalt“ ein regionaler Bauern- und
Kunstmarkt statt, der sehr gut besucht war und großen Anklang fand. Der Einladung zum „Fest
der Vielfalt“ auf Schloss Ulrichshusen waren mehrere Demokratie-, Nachhaltigkeits- und
Kulturinitiativen gefolgt. Dazu gehören u.a. die Regionalbewegung „Meck-Schweizer“, der
„Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“, die Kircheninitiative „Kirche
stärkt Demokratie“, die Satirekampagne„Storch Heinar“, die „Regionale Arbeitsstelle für
Demokratie“ (RAA) und die Jugend-Filminitiative „Klappe auf!“, von der zwei Kurzflime,
produziert von der Sophie.Medienwerkstatt e.V., auf der Festivalbühne gezeigt wurden.

Quelle: Schloss&Gut Ulrichshusen/ S.v. Maltzahn

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22.09.2021

Bischof Jeremias: Stärken Sie mit Ihrer Stimme denjenigen den Rücken, die sich für die Menschenrechte aller und unsere demokratische Grundordnung einsetzen

"Liebe Schwestern und Brüder, und heute sage ich auch einmal ganz bewusst: Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Heute, am 26. September 2021, wählen wir in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur einen neuen Bundestag, sondern auch einen neuen Landtag.
Falls Sie es noch nicht getan haben, so bitte ich Sie sehr darum, heute zur Wahl zu gehen. Denn freie und geheime Wahlen sind eine Errungenschaft in unserem Bundesland, für die unsere Kirche in der Friedlichen Revolution entschieden eingetreten ist. Unsere demokrati-sche Grundordnung basiert auf Überzeugungen, die mühsam erarbeitet und erstritten wur-den. Freiheit und Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und die Verlässlichkeit eines Rechtsstaates sind die Grundpfeiler dieser Demokratie.
Unvollkommenheit in der Politik oder unsere Unzufriedenheit mit Entscheidungen dürfen nicht dazu führen, dass wir unser demokratisches System in Frage stellen – oder dass es uns gleichgültig wird. Vielmehr ist es unsere Aufgabe als Christinnen und Christen, unsere Demokratie zu stützen. Deshalb bitte ich Sie als Ihr Bischof heute: Gehen Sie zur Wahl. Prüfen Sie aufmerksam, wofür diejenigen, die sich zur Wahl stellen, mit ihren Programmen und Äußerungen stehen. Stärken Sie mit Ihrer Stimme denjenigen den Rücken, die sich für die Menschenrechte aller und unsere demokratische Grundordnung einsetzen.
Und nicht zuletzt bitte ich Sie: Beten Sie für die politisch Verantwortlichen.
Mit besten Segenswünschen grüßt Sie Ihr 

Tilman Jeremias "

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15.09.2021

Bündnis #unteilbarMV ruft zu Großdemonstration in Rostock auf

Für eine solidarische, gerechte Gesellschaft am 18. September nach Rostock:

Das Bündnis #unteilbarMV ruft im Vorfeld der Wahlen in Land und Bund zu einer Großdemonstration für eine solidarische, gerechte Zukunft für alle auf. Am Samstag, den 18.09.  geht es  um 14 Uhr am Hauptbahnhof Rostock los: Für Chancengleichheit und Klimaschutz. Gegen jede Form von Diskriminierung, Faschismus und Hass. 

Fünf Themenblöcke zeigen die thematische Vielfalt von  #unteilbarMV: Jugend, Antirassismus, Klima, Soziale Gerechtigkeit und Queerfeminismus. „Es geht uns bei #unteilbarMV darum, sichtbar zu machen, dass die großen Fragen unserer Zeit nur gemeinsam beantwortet werden können und unteilbar zusammengehören,“ sagt Sarina Jasch aus dem Organisationsteam. „Wir wollen mit unseren Forderungen eine Woche vor den Wahlen daran erinnern was auf dem Spiel steht - eine lebenswerte Zukunft für alle.“

 Größte politische Versammlung des Landes im Vorfeld der Wahlen

Die Forderungen an die zukünftige Landesregierung hatte das Bündnis bereits im Vorfeld in den Sozialen Medien und auf seiner Webseite veröffentlicht: www.unteilbar-mv.org

Die Einhaltung des 1,5°C Limits, ein Bürger:innenrat Klima, eine soziale und ökologische Transformation der Wirtschaft, die Möglichkeit der Wahlbeteiligung für Jugendliche und viele weitere Forderungen gehören dazu. Michael Steiger von #unteilbarMV rechnet mit über tausend Teilnehmenden in Rostock. „Damit wird die Demonstration die größte politische Versammlung des Landes im Vorfeld der Wahlen sein. Die Politik muss hinsehen“. Mit einer Abschlusskundgebung und Konzerten um 17 Uhr im Stadthafen wird die Demonstration enden. 

Im Rahmen der Möglichkeiten in der Pandemie

Für ein verantwortliches, solidarisches Umgehen mit der COVID-19 Pandemie werden alle Teilnehmenden gebeten ausreichend Abstand zu anderen Menschen zu halten bzw. eine Masken zu tragen, sowie ausschließlich geimpft, genesen oder getestet teilzunehmen.

Das Netzwerk #unteilbar MV will über die Wahlen hinaus aktiv bleiben und dabei auch Stadt und Land besser vernetzen, berichtet Sarina Jasch: „Gemeinsam für gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebenswerte Zukunft für alle einzutreten, ist größer als eine politische Kampagne. Es ist eine dauerhafte Herausforderung für unsere Gesellschaft“.  #unteilbarMV ist ein Bündnis aus mehr als 200 Organisationen, Initiativen, Vereine und Einzelpersonen aus Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam stellen sie die größte politische Versammlung im Vorfeld der Wahlen auf die Beine.

Weitere Informationen zur Demonstration (mehrsprachig) sowie das Selbstverständnis des Bündnisses in mehreren Sprachen hier: www.unteilbar-mv.org

#unteilbar MV ist auch zu finden auf facebook/twitter/instagram mit #unteilbarmv

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10.09.2021

Bleibt alles anders: „Kirche stärkt Demokratie“ feiert seinen 10. Geburtstag

Auch der 10. Geburtstag des Projekts „Kirche stärkt Demokratie“ fällt anders aus als geplant. Eigentlich, so die beiden Projektverantwortlichen Thorid Garbe und Karl-Georg Ohse, sollte es einen großen Fachtag und eine Party geben. Stattdessen ist coronabedingt alles eine Nummer kleiner. Im Ferienland Salem werden sich vom 10.-12. September die MultiplikatorInnen wiedersehen, die in den Fortbildungen und Seminaren gelernt haben, wie man gewaltfrei kommuniziert, Projekte initiiert oder mit dem Thema Rechtsextremismus umgeht.

Vor 10 Jahren beantragte Wolfgang von Rechenberg bei dem neu aufgelegten Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ Mittel, um die Menschenrechtsarbeit des Jugendpfarramtes voranzubringen. Seit 2014 steht die Ausbildung von haupt- und ehrenamtlichen MultiplikatorInnen im Fokus. Gemeinsam mit dem ARGO-Team Berlin wurden über 60 Menschen qualifiziert. Sie leisten nicht nur in Kirchengemeinden wertvolle Arbeit, organisieren Kulturangebote, stoßen politische Diskussionen an oder engagieren sich für diskriminierte Menschen.

Aber, das betont Karl-Georg Ohse, der seit 2011 das Projekt leitet, es geht in Salem nicht nur um eine Rückschau. Im Mittelpunkt der Projektarbeit steht die Frage, wie sich die Kirche in Mecklenburg und Pommern zu gesellschaftlichen Fragen positioniert und wie sie das Leben in Dörfern und Städten mitgestalten kann.

Neben der Seminarorganisation sind Ohse und Garbe deshalb vor allem als BeraterInnen unterwegs. Sie unterstützen Gemeinden in schwierigen Fragen, wie Rechtspopulismus, Verschwörungserzählungen oder zum Thema Gemeinwesenarbeit. Ihnen ist wichtig, dass Gemeinden kompetente Kooperationspartner sind und über den Kirchturm hinausschauen. Ein Grund, warum sie auch das Kino-Projekt „Starke Stücke“ unterstützen und mit anderen PartnerInnen das Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ organisieren.

Am Sonntag, den 12.09.2021 wird Bischof Jeremias in einem Gottesdienst gemeinsam mit MultiplikatorInnen und MitarbeiterInnen danken und den Blick nach vorn richten. Auf die nächsten 10 Jahre.

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04.08.2021

Was ist wirklich wichtig? 55 Ansprachen für die Demokratie

Die Serie 55 Voices for Democracy knüpft an die 55 BBC-Radioansprachen an, in denen sich Thomas Mann während der Kriegsjahre von seinem Haus in Kalifornien aus an Hörer in Deutschland, der Schweiz, Schweden, den besetzten Niederlanden und Tschechien wandte. Von 1940 bis November 1945 appellierte er monatlich an tausende Hörer, sich dem nationalsozialistischen Regime zu widersetzen und wurde so zur bedeutendsten deutschen Stimme im Exil.  In diesem Sinne senden 55 renommierte internationale Intellektuelle, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen vom Thomas Mann House aus Ansprachen, in denen sie ihre Ideen für die Erneuerung der Demokratie vorstellen. Zu den Teilnehmenden zählen die Politikwissenschaftler Francis Fukuyama und Helmut Anheier, Genderforscherin Karen Tongson, der Philosoph Rainer Forst, die Soziologinnen Ananya Roy und Jutta Allmendinger, der Germanist Jan Philipp Reemtsma, Historiker Timothy Snyder, sowie viele andere.

Die Serie wird präsentiert vom Thomas Mann House in Kooperation mit Deutschlandfunk, Los Angeles Review of Books und Süddeutsche Zeitung.

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30.07.2021

Jahrestagung der BAG K+R 2021 in Bonn: …kommt selten allein - Ein selbstkritischer Blick auf den Zusammenhang von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus

Jahrestagung der BAG K+R 2021 in Bonn

…kommt selten allein - Ein selbstkritischer Blick auf den Zusammenhang von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus


Freitag, 8. Oktober bis Samstag, 9. Oktober 2021 im CJD Bonn.


Rassismus, Antisemitismus und Sexismus – oft treten sie gemeinsam auf, werden aufgrund ähnlicher Überzeugungen vertreten und auch wer ihnen entgegentritt, muss sie gemeinsam in den Blick nehmen. Wie und warum sie zusammenhängen und wie wichtig ein intersektionaler Blick für das kirchliche und zivilgesellschaftliche Engagement ist – damit wollen wir uns beim diesjährigen Forum in Bonn beschäftigen.

Nach vielen Monaten der Pandemie, in denen wir ein Wiedersehen immer wieder aufschieben mussten, ist uns vor allem der Austausch vor Ort sehr wichtig. In Gesprächsformaten und Workshops werden zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, Gehörtes gemeinsam zu besprechen und um eigene Erfahrungen und Ideen zu ergänzen. Von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Kolonialverbrechen bis hin zu Fragen nach theologischer Rassismuskritik, neuen digitalen Formaten, Verschwörungserzählungen und zivilgesellschaftlichen Möglichkeiten im Kampf gegen neue rechte Mischszenen – wir wollen uns aktuelle Entwicklungen anschauen und gleichsam Perspektiven für die Praxis eröffnen.

Zur Anmeldung

Veranstaltungsort

CJD Bonn Castell
Internationales Tagungs- und Gästehaus Bildungs- und Ausbildungszentrum
Graurheindorfer Str. 149
53117 Bonn

Veranstalter*innen

Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R)
Bund der Deutschen Katholischen Jugend
Evangelische Akademie zu Berlin
Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus Dortmund
Evangelische Akademie im Rheinland
Evangelisches Forum Bonn
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW
RIO Rheinischer Dienst für Internationale Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland
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19.07.2021

„Starke Stücke. Berührt und diskutiert“ lädt landesweit zu 46 Kinoabenden ein Im 10. Jubiläumsjahr sind 33 deutsche und internationale Filme zu sehen

Zum 10. Mal bringt die Reihe „Starke Stücke Berührt und diskutiert“ emotional berührende und kontroverse Filme auf die Leinwand und ins offene Gespräch. In der Jubiläumssaison – bei der alle nötigen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind – laden die beiden evangelischen Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern und ihre Partner ab Ende Juli landesweit zu insgesamt 46 Kinoabenden vor allem in Dorfkirchen und Pfarrscheunen ein (siehe Programmübersicht unten). 

Insgesamt 33 verschiedene deutschsprachige und internationale Filme sind von Ende Juli bis Mitte November an 39 verschiedenen Orten zu sehen. Neun Filme werden mehrfach gezeigt. Die Bandbreite reicht vom Drama „Undine“ des deutschen Regisseurs Christian Petzold, über den französischen Film „Ein Dorf zieht blank“ von Philippe Le Guay bis zur Komödie „Wir Eltern“ aus der Schweiz. 

„Die Kunstform Film entfaltet ihre emotionale Wirkung auf der Leinwand und in der Gesellschaft, nicht im Streaming auf dem Sofa. Gute Filme brauchen Öffentlichkeit, und die Öffentlichkeit braucht Filmkunst als Mittel der Selbstverständigung“; sagt Geschäftsführer Volker Kufahl von der Filmland MV gGmbH. „Deshalb unterstützen wir von Beginn an das Projekt ,Starke Stücke' und gratulieren als Kooperationspartner herzlich zum Jubiläum.“

Weitere Filmtitel, die alle bestes Programmkino bieten, sind in diesem Jahr beispielsweise  „Das Vorspiel“; „Green Book“, „Systemsprenger“; „Ein Becken voller Männer“ oder „Vom Gießen des Zitronenbaumes“. „Die Film-Gesprächsreihe stärkt das kulturelle Geschehen im ländlichen Raum und zeigt, dass Kirche vor Ort und in der Fläche engagiert und bei den Menschen ist“, so der  pommerscher Propst Gerd Panknin. Und der mecklenburgische Propst Dirk Sauermann fügt hinzu: „Die von den Kirchengemeinden aus einem eigens erstellten Kanon mit mittlerweile gut 200 Vorschlägen ausgewählten Filme beinhalteten Themen, die uns und unsere Gesellschaft bewegen. Die Filme sollen unterhalten und ebenso einladen, eigene Positionen zu  überdenken und im Gespräch miteinander den Blick zu weiten. Seien Sie also herzlich eingeladen und bringen Sie Freunde und Bekannte mit.“

„Die Kunst der Nächstenliebe“ in der Kunstkirche Eickelberg eröffnet das Jubiläum

Zur Eröffnung wird der französische Film „Die Kunst der Nächstenliebe “ am Mittwoch, 28. Juli in der Kunstkirche Eickelberg bei Bützow (Landkreis Rostock) gezeigt. „Wir laden alle Filminteressierte herzlich ein“, sagt Karin v. Blomberg vom Freundeskreis der Eickelberger Kirche. „Beginn ist um 20 Uhr, nach dem Film, der auf humorvolle Art das Leben einer Weltverbesserin mit Helfersyndrom skizziert, kann man noch miteinander ins Gespräch kommen.“ Am Ausgang bitten die Veranstalter um eine Spende, mit der diese Filmreihe finanziell unterstützt wird. 

In der kommenden Woche sind dann noch „Corpus Christi“ am Donnerstag, 29. Juli um 20 Uhr in der Kirche Fürstenhagen und „Wir Eltern“ am Freitag, 30 Juli in der Kirche Eldena, ebenfalls um 20 Uhr, zu sehen. 

Veranstalter der Kino-Gesprächsreihe ist der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg, der dafür mit dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, den beteiligten Kirchengemeinden, dem Projekt „Kirche stärkt Demokratie“, der Initiative Wir – Erfolg braucht Vielfalt und der Filmland Mecklenburg-Vorpommern gGmbH kooperiert. Unterstützt wird das Projekt von den Programmen „Zusammenhalt durch Teilhabe“, dem Europäischen Sozialfonds sowie der Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung.

 

Mehr Infos unter: www.kirche-mv.de/starkestuecke

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