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„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Diese Kernaussage des Grundgesetzes steht für die Arbeit von „Kirche stärkt Demokratie“. „Kirche stärkt Demokratie“ bietet seit 2011 qualifizierte Fortbildungen und Beratungen für Ehren- und Hauptamtliche. Unsere Angebote befähigen Menschen aus Kirchengemeinden in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindlichen Einstellungen. Darüber hinaus beraten wir Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden im Umgang mit menschenfeindlichen Haltungen, geben Anregungen für die Umsetzung lokaler Dialoge und die Öffnung von Kirchengemeinden zu anderen Akteuren im Ort.

Aktuelles & Bilder

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14.04.2021

Statement der solidarischen Gesellschaft

Anlässlich erneuter Mobilisierungen von „Querdenken“ und anderen Pandemieleugner*innen im Frühling 2021

Egoismus und Rücksichtslosigkeit zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer sich „Querdenken“ anschließt, fordert eine Gesellschaft, in der die gesundheitlichen Gefahren für Millionen Menschen geleugnet werden und in der antisemitisch konnotierte Verschwörungserzählungen an die Stelle von überprüfbaren Fakten treten; in der die demokratische Debatte durch das Recht der Stärkeren ersetzt und die Zusammenarbeit mit Faschist*innen zur Normalität wird. In einer solchen Gesellschaft wollen wir nicht leben. Viele von uns würden sie nicht überleben.

Das Hinterfragen staatlicher Politik, auch der Corona-Maßnahmen, ist wichtig. Wo es notwendig ist, üben wir Kritik. Dabei sind wir uns einig: Verschwörungserzählungen, Rassismus und faschistische Ideologien sind niemals legitim. Als solidarische Gesellschaft setzen wir uns für das Wohl aller Menschen ein. Wir wollen eine Politik, die niemanden zurücklässt und die verhindert, dass in der Krise einige immer reicher und viele immer ärmer werden. Wir erwarten die ausnahmslose Einhaltung der Menschenrechte, vorausschauendes Handeln und Raum für demokratische Kontrolle, der einer offenen Gesellschaft entspricht. Wir wollen eine lebenswerte Zukunft für alle – in der Krise und danach!

Wir verzichten momentan weitgehend auf den massenhaften Ausdruck unserer Forderungen auf der Straße, weil Kontaktbeschränkungen und Abstand wichtige Mittel des Infektionsschutzes sind. Wenn wir auch in Pandemiezeiten demonstrieren, halten wir uns an die Hygieneregeln.

Wir planen gemeinsam die nächsten Proteste für einen klimagerechten, sozialen, antirassistischen und geschlechtergerechten Weg aus der Krise und unterstützen uns dabei gegenseitig. Zusammen streiten wir für eine Zukunft, die von allen mitgestaltet werden kann.


  • Wir sind Menschen, deren Arbeitsplätze, Existenzen, Wohnverhältnisse oder Schutzräume bedroht sind, Menschen, die bezahlt oder unbezahlt Sorgearbeit leisten, und Menschen, die bisher weniger hart von der Krise betroffen sind. Wir fordern, dass alle die Unterstützung und den Schutz bekommen, den sie brauchen. Die Kosten der Krise müssen gerecht verteilt werden.
  • Wir sind behinderte Menschen und Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung unterschiedlichen Alters, mit und ohne Vorerkrankungen. Wir sind alle von dem Virus betroffen, aber nicht alle gleichermaßen. Wir handeln weiterhin rücksichtsvoll und schützen uns gegenseitig, bis alle sicher sind.
  • Wir sind Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, religiös oder nicht, mit verschiedenen Geschlechtern, unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, BIPoC und Weiße, mit oder ohne Fluchterfahrung und mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Wir stellen uns der menschenfeindlichen rechten Bewegung entschieden entgegen. Denn für nicht wenige von uns stellt sie eine direkte Bedrohung für das Leben dar. Wir setzen uns gemeinsam für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen ohne Angst leben können.
  • Wir sind Menschen, die gegen die Pandemieleugner*innen auf die Straße gehen, kreative Aktionen machen und aktiv widersprechen, und Menschen, die aufgrund der Pandemie gerade nicht mehr geben können als ihre symbolische Unterstützung. Wir machen zusammen deutlich: Hinter den solidarischen Gegenprotesten steht eine große Mehrheit! 

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31.03.2021

Ostern findet statt

Ostern findet statt! Auch wenn wir zum zweiten Mal nur eingeschränkt feiern können, ist dieses Fest immer wieder Anlass über Aufbrüche und Neuanfänge nachzudenken, Altes und Vertrautes in Frage zu stellen, sich aufwecken zu lassen und aufzubrechen.    

Das ist kein Plädoyer dafür, falschen ProphetInnen zu folgen, die glauben, sie hätten die Weltformel gefunden und wüssten, wer hinter allem steckt. Ostern ist kein Naturereignis sondern eine "Beziehungstat". Es gibt immer Möglichkeiten, den großen Stein wegzurollen, sich befreien und die Finsternis hinter sich zu lassen. Ostern passiert in der Begegnung, fast im Vorbeigehen, als die Frauen das leere Grab finden und sich von einem "Fremden" ansprechen und anrühren lassen.   

Allen Leser_innen wünschen wir ein inspirierendes, befreiendes Osterfest!

  

   
  

  

   

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19.03.2021

"Unerwünscht. Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte"

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2021 findet die Online-Lesung "Unerwünscht. Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte" mit den Autoren Mojtaba und Masoud Sadinam statt. In ihrem Buch schreiben die Brüder über ihre Flucht, den langen Kampf mit den Behörden und ihrem Wunsch, endlich in Deutschland anzukommen. Es ist die bewegende Geschichte dreier junger Menschen auf der Suche nach Heimat, Freiheit sowie dem Wunsch, dazuzugehören. 

Vom 15.03.2021 bis 27.03.2021 ist unter diesem Link http://www.diakonie-mv.de/Int-Wochen-gegen-Rassismus-2021.942.0.html der Mitschnitt der Lesung 2019 in Greifswald offen.

Mehr Infos zu den Autoren unter: https://de-de.facebook.com/brueder.sadinam/

Weitere Informationen zu den Internationalen Wochen gegen Rassimsmus finden Sie auf der Seite der Integrationsbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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19.03.2021

"Am Leben vorbei" - Kinder und Jugendliche in sonderpädagogischen, psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen in der DDR

Eine virtuelle Ausstellung der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur von Dr. Sandra Pingel-Schliemann, gestaltet von Bettina Bartel. Die Ausstellung wird auf dem Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek gezeigt. 

Hier geht es zur Ausstellung

Zum Begleitprogramm der Tagung „Der Umgang mit behinderten Minderjährigen in der DDR“, die am 18. März 2021 live und online stattfand, gehört diese eindrückliche Ausstellung, die über das Leben von Kindern und Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in der DDR informiert. 

Thematisiert werden Unterbringung, Betreuung, Integration, Bildungs- und Therapieangebote in staatlichen und konfessionellen Einrichtungen. Anhand von Einzelschicksalen werden die Lebenswelten von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen dokumentiert. Gezeigt werden kann sie künftig auch als Wanderausstellung auf 13 Rollbannern.

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08.03.2021

EKD-Kulturbeuaftragter über "neurechte Theologie"

Der Theologe Johann Hinrich Claussen ist seit Februar 2016 Kulturbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD). Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus  (BAGKR) hat im vergangenen Jahr den ersten Band der Reihe „Einsprüche. Studien zur Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte“ herausgegeben. Dort hat sich Claussen ausführlich mit den theologischen Versuchen des neurechten Ideologen Karl-Heinz Weißmann auseinandergesetzt. Die Broschüre "Einsprüche" kann über die Website bagkr.de heruntergeladen oder bestellt werden.

Im Berliner "Tagesspiegel" gibt er als Gastautor eine Zusammenfassung.


Eine interessante Studie zu diesem Thema hat auch die Hans-Seidel-Stiftung veröffentlicht:

Die Auoren Oliver Hidalgo, Philipp W. Hildmann und Alexander Yendell konstatieren: "Rechtspopulistische Agitatoren instrumentalisieren das Christentum in vielfältiger Weise. Bei der Alternative für Deutschland zeigt sich etwa klar, wie insbesondere die Untergruppierung „Christen in der AfD“ die nationalistischen, migrationsfeindlichen und islamophoben Haltungen der Gesamtpartei als „kulturkonservatives“ Christentum verharmlost. Das dahinterstehende Ziel ist, die eigene, extreme Position als Interesse der Gesamtbevölkerung zu verbrämen und nach außen zu relativieren, um auch für die gesellschaftliche Mitte wählbar zu sein. Die Berufung auf das Christentum kaschiert zudem den Umstand, dass Parteimitglieder und Repräsentanten der AfD mehrheitlich weder kirchliche noch religiöse Bindungen aufweisen." 

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08.03.2021

Neue Handreichungen zu Verschwörungsideologien

1. Handreichung "Verschwörungsideologien!? Was kann man dagegen tun?" 

In der Corona-Pandemie sind Verschwörungsideologien besonders in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Im Internet, auf der Straße, im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis begegnet man ihnen. Eine Broschüre der Zentren Oekumene Frankfurt/Main und für gesellschaftliche Verantwortung der EKHN gibt nun praktische Tipps zum Umgang mit Verschwörungsideologien, zeigt Hintergründe und theologische Perspektiven auf und trägt dazu bei, in der aufgeheizten Debatte sprach- und handlungsfähig zu bleiben.
„Als evangelische Kirche treten wir für eine reflektierte, differenzierte und verantwortliche Sicht der Dinge ein. Dabei stellen wir uns klar auf die Seite der Schwachen und widersprechen jeglicher Form von Rassismus, Antisemitismus, Fundamentalismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, so der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Dr. Volker Jung.

Die kostenlose Broschüre kann in gedruckter Form bei den Zentren bestellt oder auf den Internetseiten www.zentrum-oekumene.de oder www.zgv.info heruntergeladen werden.

2. Broschüre: "Abstand halten gegen Rechts! Corona & die extreme Rechte - Entgegnungen einer kritischen Zivilgesellschaft"

Mit der Broschüre präsentiert das Kulturbüro Sachsen e.V. Beobachtungen zum Agieren der extremen Rechten in der Corona-Pandemie. Die Analysen sind unterlegt mit Beispielen aus dem Raum Leipzig. Der Träger möchte damit die Aufmerksamkeit auf das Wirken der extremen Rechten in der Pandemie lenken. Im Schatten der Proteste von Querdenken sowie zahlreichen Verschwörungserzählungen um die Corona-Pandemie versucht die Rechte eigene Themen und Inhalte zu setzen und erhofft sich so eine breitere Akzeptanz ihrer Ideologie.

Die Veröffentlichung informiert in einem ersten Teil über die verschiedenen Spektren der extremen Rechten und stellt beispielhaft Organisationen aus der Region Leipzig vor. Ein zweiter Teil widmet sich dem Agieren der extremen Rechten in der Pandemie. Analysiert wird, welche Themen gesetzt werden und wie versucht wird, den gesellschaftlichen Ausnahmezustand strategisch zu nutzen.

Download Broschüre

3.  EZW-Texte 269: "Verborgene Wahrheit?"

Eine Handreichung, die "Verschwörungsdenken und Weltanschauungsextremismus" einordnet, hat die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) herausgegeben. Dr. Mathias Pöhlmann, Weltanschauungsbeauftragter der bairischen Landeskirche gibt mit Kolleg:innen einen Überblick über aktuelle Mythenbildungen und „Verschwörungserzählungen. Aus weltanschaulicher Sicht ergeben sich im Zuge eines ausgeprägten Irrationalismus oft überraschende Themen und Vernetzungen zwischen scheinbar getrennten Bereichen. Das Verschwörungsdenken entwickelt sich mitunter zum Verschwörungsglauben. Dabei geht es um eine Sehnsucht nach einfachen Antworten. Auf der Suche nach den heimlichen Drahtziehern des Weltgeschehens werden Verschwörungsmythen mit stereotypen Feindbildern verknüpft. Dabei kommen antisemitische und antidemokratische Ressentiments ins Spiel.

Bestellung hier

 4. Video: "Inflation der Verschwörungstheorien – wer schwört wem?" 

Verschwörungstheorien scheinen Konjunktur zu haben. Spielen die Angst vor dem unsichtbaren Feind (Corona) oder die Folgen einer gespaltenen Gesellschaft (USA) eine wesentliche Rolle? Wer neigt zu Verschwörungstheorien und warum? Gibt es aus historischer Perspektive eine Zunahme oder doch eher das Gegenteil? Nutzt der Vergleich mit Wahn? Was hilft, um diesem Phänomen zu begegnen - gesellschaftlich, politisch, wissenschaftlich, aber auch in der ganz persönlichen / familiären Auseinandersetzung? Der Dialog über die Zunftgrenzen hinweg, nämlich zwischen dem Psychologen Prof. Thomas Bock (UKE Hamburg) und dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Prof. Michael Butter (Universität Tübingen), führt zu hoffnungsvollen Schlussfolgerungen, u.a. zu Aufträgen an Politik und Wissenschaft …

Das interessante Gespräch über Verschwörungsmythen, das  im Rahmen der Vorlesungsreihe "Anthropologische Psychiatrie" der Universität Hamburg  stattfand, finden Sie hier.



 




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09.02.2021

„Im Nebel der Pandemie“ 3 Online-Seminare zu Mythen, Sündenböcken und der Frage, wie wir damit umgehen

Im Nebel der Pandemie… 

 … stochern wir derzeit alle herum und suchen nach Strategien mit der Corona-Krise umzugehen. Dabei scheint es, dass einige, manchmal sogar enge Freund:innen oder Kolleg:innen die Orientierung verloren haben und auf Abwege gekommen sind. Oder: Sind wir es, die den Kompass verloren haben und uns auf falsche Fährten locken lassen?

Um ein wenig Licht auf Wege und Irrwege scheinen zu lassen bietet „Kirche stärkt Demokratie“ an drei Abenden via Zoom das Fortbildungs- und Austauschseminar „Im Nebel der Pandemie“ an.

Das Fachforum widmet sich neben der Einordnung von Verschwörungsmythen der Frage, wie seelsorgerisch und beratend Menschen begegnet werden kann, die die Pandemie als Werk dunkler Mächte betrachten und für rationale Argumente kaum noch zugänglich sind.

Die Fortbildung richtet sich an Menschen in Seelsorge, Beratung, (politischer) Bildung und sozialer Arbeit. Neben fachlichen Inputs gibt es Gelegenheiten zum Austausch und zur gegenseitigen Beratung.

 

Termine:

Mittwoch, 24.Februar 2021, 17:00 - 19:00 Uhr

„Im Nebel der Pandemie“ 

Covid-19 und die Verschwörungserzählungen

mit Dr. Matthias Pöhlmann, Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen 

der Ev.-Luth. Landeskirche Bayern

 

Mittwoch, 03. März, 2021, 17:00 - 19:00 Uhr

„Ich sehe was, was Du nicht siehst!“

Schuldzuweisungen als Bewältigungsstrategie

Mit Jörg Pegelow, Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen der Nordkirche

 

Mittwoch, 10. März 2021, 17:00 - 19:00 Uhr

„Zwischen Ohnmacht und Mitleid“

Beratung und Seelsorge in der Covid-19-Krise

Mit Andrea Müller, Coach, Supervisor und Berater, Bremen

 

Anmeldung:

Einen persönlichen Link bekommen Sie nach Ihrer Anmeldung an: 

karl-georg.ohse@elkm.de oder über 

https://kirche-demokratie.de/termine_anmeldung/index.html

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14.01.2021

Bischof Tilman Jeremias fordert: Demokratie schützen!

Zu den aktuellen Ereignissen in den USA sagt Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche:

Kalt läuft es mir den Rücken herunter. Solche Bilder haben hohe Symbolkraft. Am Rande einer „Querdenken“- Demo stürmen Menschen auf die Treppen des Reichstags und bringen nur eine Botschaft: Die parlamentarische Demokratie taugt nichts! In der dunklen Nacht des 6. Januar kommt es in Washington noch viel schlimmer; der rechte Mob dringt in das Kapitol ein, bedroht Abgeordnete, verwüstet Büros. Die Staatsmacht scheint in die Knie zu gehen vor Menschen, die deren gewählter Präsident zu Hass und Gewalt aufgestachelt hat.

Ausgerechnet am 6. Januar, dem Epiphaniasfest bei uns und dem Weihnachtsfest der östlichen Kirche! Epiphanias hat das Licht Gottes zum Thema, das das Dunkel der Erde vertreibt. Und die Geburt eines himmlischen Königs, der so ganz anders regiert als weltliche Machthaber.

Ich bin überzeugt, dass Leben in solchem Licht heute auch heißt: Wir schützen unsere Demokratie. Wir stellen uns vor diejenigen, die wir gewählt haben, damit sie für unser Land, unseren Kreis, unsere Kommune Verantwortung übernehmen. Wir setzen uns für die Würde aller Menschen ein, für unseren Rechtsstaat, die Grundrechte, die Gewaltenteilung. Wir lassen nicht zu, dass Verschwörungserzählungen und Aufrufe zu Hass und Ausgrenzung die Oberhand gewinnen. Wir bilden einen unsichtbaren Schutzring um den Reichstag und all die anderen demokratischen Institutionen und zeigen: Sie sind uns trotz aller möglichen politischen Fehler wertvoll und Basis unserer offenen Gesellschaft. 

Quelle: kirche-mv.de

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04.01.2021

Bischof ruft zur Barmherzigkeit auf

von Bischof Tilmann Jeremias, Greifswald

Was hilft zu Beginn des Jahres 2021? Barmherzigkeit ist ein etwas altertümliches Wort, aber es beschreibt exakt, worauf es gerade ankommt: ein weites, warmes Herz.

"Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist", predigt Jesus auf dem Feld seinen Anhängerinnen und Freunden (Lukas 6). Dieser Satz steht als Jahreslosung für viele Christinnen und Christen über dem kommenden Jahr. Ein großes Herz dürfen wir erst einmal uns selbst gegenüber haben: Hinter uns allen liegen extrem belastende und herausfordernde Monate. Lockdown, Homeoffice, Homeschooling, Leben im Ausnahmezustand. Da ist es das Normalste von der Welt, wenn im Privaten wie im Beruflichen nicht alles reibungslos läuft. Barmherzigkeit mit sich selbst heißt, sich Pausen zu gönnen, Regeneration, Entlastung.

Dann aber auch der Blick auf die Nachbarn: die alleinerziehende Mutter oder der Senior, dessen Frau vor kurzem gestorben ist, die Familie, die ohne die Lebensmittel der Tafel nicht über die Runden kommt.

Jesus selbst hat nicht nur von Barmherzigkeit gesprochen. Wo immer er hinkam, hatte er die Mühseligen und Beladenen im Blick, aß mit den Außenseitern und Kriminellen, sprach mit Prostituierten, heilte die Kranken.

Sein Wort der Jahreslosung legt nahe, dass wir alle selbst von Barmherzigkeit leben. Die Bibel betont es immer wieder: Wir müssen unser Herz nicht in eigener Anstrengung wärmen. Wir leben von der Güte Gottes, jeden Tag neu. Sie hat uns ins Leben gerufen und hüllt uns ein, gerade in diesen Zeiten. Es ist an uns, diese erfahrene Wärme in unserem Leben aufzuspüren und mit anderen zu teilen. In diesem Sinne Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr!



Tilman Jeremias ist Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche

Quelle: http://www.kirche-mv.de

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04.01.2021

Neu: Broschüre „Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum“

Es ist endlich soweit: Die BAGKR-Broschüre „Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum“ ist überarbeitet und aktualisiert und kann ab sofort bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Für die Überarbeitung wurden vor allem die Beiträge über Rechtspopulismus sowie die sogenannte „Neue Rechte“ auf den neuesten Stand gebracht und um aktuelle Themen, Strategien und Erzählungen ergänzt. Die Neuauflage thematisiert zudem die zentralen Aufgaben und Möglichkeiten der Kirchen im Umgang mit Rechtspopulismus und blickt dabei im Besonderen auf die Gemeinden selbst. Die jahrelangen Erfahrungen und Tipps aus der Beratungs- und Gemeindespraxis, mit denen die Broschüre abschließt, helfen darüber hinaus, die eigene Haltung und Handlungsfähigkeit zu stärken.

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